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		<title>Wie lange noch?</title>
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		<published>2009-07-04T11:53:00+02:00</published>
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		<summary type="text">Ich muss nun doch mal noch in einem längeren Text meine Wut und Verwunderung über unser globales Wirtschaftssystem zum Ausdruck bringen. Um es in einem Satz zusammenzufassen: Mich ärgert nicht so sehr, dass es Probleme gibt, sondern dass keine grundsätzlichen Lösungen angestrebt werden. Finanzspritzen und Verstaatlichung von maroden Firmen sind keine Lösungen, das ist nicht einmal Symptombekämpfung. Es ist eigentlich nur die konsequente Weiterführung des kapitalistischen Prinzips «Gewinne privat, Schulden dem Staat.»Ich bin beileibe kein Wirtschaftsexperte, aber was gespielt wird, ist doch offensichtlich. Seit Jahrzehnten bereichern sich Grossunternehmen, vor allem im Finanzsektor, auf Kosten des Staates. Ohne Not werden Leute entlassen – der Staat kommt für sie auf. Ohne Not wird das gesamte Kapital an der Börse verzockt, weil 10 Prozent Gewinn nicht reichen – es müssen 20 oder 50 Prozent sein. Die Firma geht Konkurs, der Staat kommt für die Arbeitslosen auf. Steuern kriegt er dann von der Firma zwar keine mehr, aber man hat für dieses Problem ja eine glänzende Lösung gefunden: die Staatsverschuldung. Da kann man gerne auch 10'000 Milliarden Schulden machen, denn für die Zinsen, die man da bezahlen muss, hat man auch eine super Lösung: noch mehr Staatsverschuldung.Weil das irgendwie ein Problem mit den Schuldzinsen geben könnte, senkt man die Zinsen auf 0 Prozent. Das hat dann zur Folge, dass zum Beispiel jeder Penner ein Haus kaufen kann mit Geld, das nicht ihm gehört. Weil das irgendwie ein Problem mit den Banken geben könnte, erhöht man den Zins wieder. Darauf sind die Penner wieder Penner, und die Banken hat der Staat durchgefüttert. Jetzt sind die Zinsen wieder auf null. Die Fed sitzt in der Figgi-Mühli ... ihr neuster Taschenspielertrick: Sie kauft ihre eigenen Schulden auf. Genial! Doch mit welchem Geld?!Natürlich ist der Absturz der vergangenen zwei Jahre nur die Folge einer seit Jahrzehnten grundlegend falschen globalen Finanz- und Wirtschaftspolitik. Die Börse ist mittlerweile so abstrakt, dass man sich leicht einreden kann, das funktioniere schon alles so, wie es sollte. Weil ja keiner wirklich den Druchblick hat bei all den Hedge-Funds, strukturierten Produkten, Optionen, Futures, handelbaren Schuldenbündeln etc. Mit irgendwelchen Taschenspielertricks von Zentralbanken und anderen pseudo-unabhängigen Instanzen geht das vielleicht zehn, vielleicht auch dreissig Jahre gut - zumindest für die, welche an der Macht sitzen. Aber irgendwann kracht ein System, dass zu mehr Gewinn verpflichtet als die globale Wirtschaft wächst, zwangsläufig zusammen, weil es nicht nachhaltig ist. Das kann auch in Raten und über einen längeren Zeitraum geschehen. Gut möglich, dass das System während der nächsten 10-20 Jahre schubweise zusammenkracht.Jeder, der sich auch nur ein kleines bisschen Gedanken über die Zukunft der Menschheit macht, sieht sofort, dass es so nicht weitergehen kann. Und zwar ganz egal, ob man politisch links oder rechts steht. Es ist doch erstaunlich, dass die beiden traditionellen politischen Lager bei einer Finanzfrage für einmal gleicher Meinung sind. Die Linken wollen, dass der Staat das Geld für sinnvollere Dinge ausgibt, als die Ausbeutung der Konzerne zu «retten» (sprich: ihren Untergang um ein paar Monate oder Jahre hinauszuzögern). Und die bürgerlich-konservativen Kreise wollen, dass der Staat überhaupt möglichst wenig Geld ausgibt.Und trotzdem ist das einzige, was die Politik zustande bringt:«.. ..» «äh..»«hmm....»«tja.»«mal schauen...»«In zwei, drei Jahen gehts dann schon wieder besser.»Mit einem Wort: nichts.Dafür gibt es eigentlich nur eine Erklärung: Die Wirtschaft hat auf dem Planeten Erde das Kommando übernommen und diktiert der Politik, was sie zu tun hat. Die sogenannten neoliberalen Politiker sind Leibeigene der Wirtschaftskonzerne; darum sind sie nur solange gegen Staatsverschuldung, als diese der Bildung, alleinerziehenden Müttern oder der Infrastruktur des Volkes zugute kommt. Wenn die Staatsverschuldung den Grosskonzernen dient, ist es hingegen eine super Sache.Wütend macht auch, wie die Bevölkerung vor allem in den USA die Gehirnwäsche von Hollywood &amp; Mainstream-Medien bereits verinnerlicht hat. Wir haben da Zustände, die von «Brave New World» gar nicht mehr so weit entfernt sind. Die Leute können noch so mies von der Politik behandelt und von der Wirtschaft übers Ohr gehauen werden – sie finden immer noch, man müsse halt «optimistisch bleiben und das beste draus machen», es liege an der eigenen Einstellung, und man könne es schon schaffen, wenn man nur genügend wolle, schliesslich sei die USA das tollste Land der Welt mit unbegrenzten Möglichkeiten... ich kann diesen motherfucking Bullshit nicht mehr hören! Auch hierzulande gibt es immer mehr Menschen, die so reden. Das sind die, welche 50'000 Franken und jahrelang jeden freien Tag in eine berufsbegleitende Weiterbildung investieren, so ganz selbstverständlich, als ob das zum Erfolg einfach dazugehörte, nur um am Schluss zu merken, dass es mit mehr Zertifikaten nicht automatisch mehr gute Arbeitsstellen gibt ...Wie lange noch?Ich hoffe ehrlich gesagt auf einen kurzen und schmerzvollen Crash statt auf ein langsames Darniederserbeln. Ich möchte den *echten* Aufschwung nicht erst mit 50 erleben ...</summary>
        <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ratioaktiv.ch/blog/pivot/entry.php?id=112"><![CDATA[
                Ich muss nun doch mal noch in einem längeren Text meine Wut und Verwunderung über unser globales Wirtschaftssystem zum Ausdruck bringen. Um es in einem Satz zusammenzufassen: Mich ärgert nicht so sehr, dass es Probleme gibt, sondern dass keine grundsätzlichen Lösungen angestrebt werden. Finanzspritzen und Verstaatlichung von maroden Firmen sind keine Lösungen, das ist nicht einmal Symptombekämpfung. Es ist eigentlich nur die konsequente Weiterführung des kapitalistischen Prinzips «Gewinne privat, Schulden dem Staat.»<br  /><br  />Ich bin beileibe kein Wirtschaftsexperte, aber was gespielt wird, ist doch offensichtlich. Seit Jahrzehnten bereichern sich Grossunternehmen, vor allem im Finanzsektor, auf Kosten des Staates. Ohne Not werden Leute entlassen – der Staat kommt für sie auf. Ohne Not wird das gesamte Kapital an der Börse verzockt, weil 10 Prozent Gewinn nicht reichen – es müssen 20 oder 50 Prozent sein. Die Firma geht Konkurs, der Staat kommt für die Arbeitslosen auf. Steuern kriegt er dann von der Firma zwar keine mehr, aber man hat für dieses Problem ja eine glänzende Lösung gefunden: die Staatsverschuldung. Da kann man gerne auch 10'000 Milliarden Schulden machen, denn für die Zinsen, die man da bezahlen muss, hat man auch eine super Lösung: noch mehr Staatsverschuldung.<br  /><br  />Weil das irgendwie ein Problem mit den Schuldzinsen geben könnte, senkt man die Zinsen auf 0 Prozent. Das hat dann zur Folge, dass zum Beispiel jeder Penner ein Haus kaufen kann mit Geld, das nicht ihm gehört. Weil das irgendwie ein Problem mit den Banken geben könnte, erhöht man den Zins wieder. Darauf sind die Penner wieder Penner, und die Banken hat der Staat durchgefüttert. Jetzt sind die Zinsen wieder auf null. Die Fed sitzt in der Figgi-Mühli ... ihr neuster Taschenspielertrick: Sie kauft ihre eigenen Schulden auf. Genial! Doch mit welchem Geld?!<br  /><br  />Natürlich ist der Absturz der vergangenen zwei Jahre nur die Folge einer seit Jahrzehnten grundlegend falschen globalen Finanz- und Wirtschaftspolitik. Die Börse ist mittlerweile so abstrakt, dass man sich leicht einreden kann, das funktioniere schon alles so, wie es sollte. Weil ja keiner wirklich den Druchblick hat bei all den Hedge-Funds, strukturierten Produkten, Optionen, Futures, handelbaren Schuldenbündeln etc. Mit irgendwelchen Taschenspielertricks von Zentralbanken und anderen pseudo-unabhängigen Instanzen geht das vielleicht zehn, vielleicht auch dreissig Jahre gut - zumindest für die, welche an der Macht sitzen. Aber irgendwann kracht ein System, dass zu mehr Gewinn verpflichtet als die globale Wirtschaft wächst, zwangsläufig zusammen, weil es nicht nachhaltig ist. Das kann auch in Raten und über einen längeren Zeitraum geschehen. Gut möglich, dass das System während der nächsten 10-20 Jahre schubweise zusammenkracht.<br  /><br  />Jeder, der sich auch nur ein kleines bisschen Gedanken über die Zukunft der Menschheit macht, sieht sofort, dass es so nicht weitergehen kann. Und zwar ganz egal, ob man politisch links oder rechts steht. Es ist doch erstaunlich, dass die beiden traditionellen politischen Lager bei einer Finanzfrage für einmal gleicher Meinung sind. Die Linken wollen, dass der Staat das Geld für sinnvollere Dinge ausgibt, als die Ausbeutung der Konzerne zu «retten» (sprich: ihren Untergang um ein paar Monate oder Jahre hinauszuzögern). Und die bürgerlich-konservativen Kreise wollen, dass der Staat überhaupt möglichst wenig Geld ausgibt.<br  /><br  />Und trotzdem ist das einzige, was die Politik zustande bringt:<br  /><br  />«.. ..» <br  />«äh..»<br  />«hmm....»<br  />«tja.»<br  />«mal schauen...»<br  />«In zwei, drei Jahen gehts dann schon wieder besser.»<br  /><br  />Mit einem Wort: nichts.<br  /><br  />Dafür gibt es eigentlich nur eine Erklärung: Die Wirtschaft hat auf dem Planeten Erde das Kommando übernommen und diktiert der Politik, was sie zu tun hat. Die sogenannten neoliberalen Politiker sind Leibeigene der Wirtschaftskonzerne; darum sind sie nur solange gegen Staatsverschuldung, als diese der Bildung, alleinerziehenden Müttern oder der Infrastruktur des Volkes zugute kommt. Wenn die Staatsverschuldung den Grosskonzernen dient, ist es hingegen eine super Sache.<br  /><br  />Wütend macht auch, wie die Bevölkerung vor allem in den USA die Gehirnwäsche von Hollywood &amp; Mainstream-Medien bereits verinnerlicht hat. Wir haben da Zustände, die von «Brave New World» gar nicht mehr so weit entfernt sind. Die Leute können noch so mies von der Politik behandelt und von der Wirtschaft übers Ohr gehauen werden – sie finden immer noch, man müsse halt «optimistisch bleiben und das beste draus machen», es liege an der eigenen Einstellung, und man könne es schon schaffen, wenn man nur genügend wolle, schliesslich sei die USA das tollste Land der Welt mit unbegrenzten Möglichkeiten... ich kann diesen motherfucking Bullshit nicht mehr hören! Auch hierzulande gibt es immer mehr Menschen, die so reden. Das sind die, welche 50'000 Franken und jahrelang jeden freien Tag in eine berufsbegleitende Weiterbildung investieren, so ganz selbstverständlich, als ob das zum Erfolg einfach dazugehörte, nur um am Schluss zu merken, dass es mit mehr Zertifikaten nicht automatisch mehr gute Arbeitsstellen gibt ...<br  /><br  />Wie lange noch?<br  /><br  />Ich hoffe ehrlich gesagt auf einen kurzen und schmerzvollen Crash statt auf ein langsames Darniederserbeln. Ich möchte den *echten* Aufschwung nicht erst mit 50 erleben ...</p>
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			<name>Dr_Gonzo</name>
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		<title>Die Staatsbürokratie als solche</title>
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		<published>2009-07-02T20:20:00+02:00</published>
		<id>tag:ratioaktiv,2009:ratioaktiv.111</id>
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		<summary type="text">Wir schreiben das Jahr 2005, der junge Mann, endlich von der Sinnlosigkeit seines Germanistikstudiums befreit, will arbeiten und wirken. Leider ist da weit und breit keine Arbeitsstelle. So arbeitet der junge Mann für ein einzelnes Projekt auf selbstständiger Basis. Naiv, wie der junge Mann als solcher ist, denkt er, er könne am Schluss einfach eine Rechnung schreiben, der Auftraggeber bezahlts, und gut ist. Doch der junge Mann hat nicht mit der Staatsbürokratie gerechnet.Später, viel später. Mitte 2009, der junge Mann ist nun nicht mehr ganz jung, erhält derselbe ein Schreiben von der Sozialversicherungsanstalt. Die Sozialversicherungsanstalt hätte vom Steueramt erfahren, dass die AHV-Gebühren von jenem Auftrag aus dem Jahre 2005 noch nicht entrichtet worden seien. Das stimmt tatsächlich, aber das hat dem jungen Mann ja auch keiner gesagt, dass Nebenerwerb auch noch AHV-versteuert werden muss. Freilich nur, wenn man den Nebenerwerb überhaupt bei der Steuererklärung angibt, was der ehemalsjunge Mann hierbei wohl zum ersten und letzten Mal getan hat. Die Sozialversicherungsanstalt erbittet den nun nicht mehr ganz jungen Mann mit staatsgewalttätigem Nachdruck, den sechsseitigen Fragebogen zur selbstständigen Erbwerbstätigkeit auszufüllen. Der nicht mehr ganz junge Mann füllt den Fragebogen aus, so gut er kann, obschon er beim besten Willen nicht weiss, welche Eigenmittel und welche Handelsregisternummer seine Firma, die es ja gar nicht gibt, denn nun hat.Sehr kurz darauf, praktisch postwendend: Die Sozialversicherungsanstalt hat die ausstehenden AHV-Beiträge errechnet. Zack, vierhundert ungrad nachzahlen. Die Rechung komme mit separater Post. Ja, die Couvert- und Portokontingente der Amtstelle müssen ja auch irgendwie ausgeschöpft werden, schon klar.Noch kürzer darauf, quasi postserienfeuernd: Die Rechnung, zahlbar innert 14 Tagen, zack, fünfhundert ungrad. Fünfhundert? Ungläubig prüft der nicht mehr ganz junge Mann, ob denn auf AHV-Gebühren noch 7,6% Mehrwertsteuer draufgeschlagen wird. Aber es sind etwa 20%, die da draufgeschagen werden. Grund: Verzugszinsen. 5% pro Jahr. Und da das Steueramt vier Jahre gebraucht hat, um der Sozialversicherungsanstalt mitzuteilen, dass hier AHV-Beiträge fehlen, oder umgekehrt die Sozialversicherungsanstalt vier Jahre gebraucht hat, um eine entsprechende Auskunft beim Steueramt einzuholen, summiert sich das natürlich. Nicht, dass mir diese siebzig ungrad Verzugszinsen irgendwie finanziell schaden würden. Aber es ist schon bemerkenswert, dass die Staatsbürokratie Geld einfordert dafür, dass sie Pendenzen jahrelang verschlampt. Wie heisst es doch so schön: Zeit ist Geld.</summary>
        <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ratioaktiv.ch/blog/pivot/entry.php?id=111"><![CDATA[
                Wir schreiben das Jahr 2005, der junge Mann, endlich von der Sinnlosigkeit seines Germanistikstudiums befreit, will arbeiten und wirken. Leider ist da weit und breit keine Arbeitsstelle. So arbeitet der junge Mann für ein einzelnes Projekt auf selbstständiger Basis. Naiv, wie der junge Mann als solcher ist, denkt er, er könne am Schluss einfach eine Rechnung schreiben, der Auftraggeber bezahlts, und gut ist. Doch der junge Mann hat nicht mit der Staatsbürokratie gerechnet.<br  /><br  />Später, viel später. Mitte 2009, der junge Mann ist nun nicht mehr ganz jung, erhält derselbe ein Schreiben von der Sozialversicherungsanstalt. Die Sozialversicherungsanstalt hätte vom Steueramt erfahren, dass die AHV-Gebühren von jenem Auftrag aus dem Jahre 2005 noch nicht entrichtet worden seien. Das stimmt tatsächlich, aber das hat dem jungen Mann ja auch keiner gesagt, dass Nebenerwerb auch noch AHV-versteuert werden muss. Freilich nur, wenn man den Nebenerwerb überhaupt bei der Steuererklärung angibt, was der ehemalsjunge Mann hierbei wohl zum ersten und letzten Mal getan hat. Die Sozialversicherungsanstalt erbittet den nun nicht mehr ganz jungen Mann mit staatsgewalttätigem Nachdruck, den sechsseitigen Fragebogen zur selbstständigen Erbwerbstätigkeit auszufüllen. Der nicht mehr ganz junge Mann füllt den Fragebogen aus, so gut er kann, obschon er beim besten Willen nicht weiss, welche Eigenmittel und welche Handelsregisternummer seine Firma, die es ja gar nicht gibt, denn nun hat.<br  /><br  />Sehr kurz darauf, praktisch postwendend: Die Sozialversicherungsanstalt hat die ausstehenden AHV-Beiträge errechnet. Zack, vierhundert ungrad nachzahlen. Die Rechung komme mit separater Post. Ja, die Couvert- und Portokontingente der Amtstelle müssen ja auch irgendwie ausgeschöpft werden, schon klar.<br  /><br  />Noch kürzer darauf, quasi postserienfeuernd: Die Rechnung, zahlbar innert 14 Tagen, zack, fünfhundert ungrad. Fünfhundert? Ungläubig prüft der nicht mehr ganz junge Mann, ob denn auf AHV-Gebühren noch 7,6% Mehrwertsteuer draufgeschlagen wird. Aber es sind etwa 20%, die da draufgeschagen werden. Grund: Verzugszinsen. 5% pro Jahr. Und da das Steueramt vier Jahre gebraucht hat, um der Sozialversicherungsanstalt mitzuteilen, dass hier AHV-Beiträge fehlen, oder umgekehrt die Sozialversicherungsanstalt vier Jahre gebraucht hat, um eine entsprechende Auskunft beim Steueramt einzuholen, summiert sich das natürlich. Nicht, dass mir diese siebzig ungrad Verzugszinsen irgendwie finanziell schaden würden. Aber es ist schon bemerkenswert, dass die Staatsbürokratie Geld einfordert dafür, dass sie Pendenzen jahrelang verschlampt. Wie heisst es doch so schön: Zeit ist Geld.</p>
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			<name>Dr_Gonzo</name>
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		<title>Bildungsreise nach München</title>
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		<updated>2009-05-30T11:55:00+02:00</updated>
		<published>2009-05-29T12:47:00+02:00</published>
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		<summary type="text">Die Teilnehmer dieses viertägigen Seminars:Das GehirnDas Gehirn unserer Gruppe ermöglichte uns anderen, 4 Tage lang völlig hirnlos kreuz und quer durch München zu torkeln und am Schluss doch immer am rechten Ort hinzupflatschen. Noch treffender für das Gehirn wäre freilich die Bezeichnung "Unser Führer" gewesen, denn das Gehirn führte uns vier Tage lang traumwandlerisch sicher durch München. Da dies aber politisch heikel ist – besonders wenn der Bayernfan das Gehirn im Suff überschwänglich als Grösster Führer aller Zeiten (Gröfaz) bezeichnet, lassen wir das mal.Der BayernfanEr ist sich nicht zu schade, jedes Wochenende Hunderte bis Tausende von Kilometern Reiseweg auf sich zu nehmen, bloss um irgend einen komplett unbedeutenden Fünftliga-Grottenkick live vor Ort zu sehen. Neben dem FC Bayern, dem FC Bayern II, der Frauenmannschaft des FC Bayern und wahrscheinlich auch dem FC Bayern IIIa reist er auch gerne YB, der Schweizer Nati und sogar der deutschen Mannschaft hinterher. Wenn die mal nicht spielen, darf es aber auch gerne österreichische fünfte Liga sein. Der Bayernfan betet fünf Mal täglich mit ausgerolltem Fanschal in Richtung Münchner Olympiastadion und versteht eine Menge Spass, solange es nicht um seinen ruhmreichen FC Bayern geht.Der WebstüblerAuch bekannt unter dem Künstlernamen Bannerschubser. Der Webstübler als solcher (also einer, der diesen Beruf ergreift), ist ja an sich schon ein eher einfaches Gemüt, aber wenn er zufälligerweise auch noch Schlagzeuger ist (wie in diesem speziellen Fall), dann machts in seinem Kopf nur noch Um-Tata. Beim Webstübler gilt darum: Um-Tata gut, alles gut.Der VerfasserDer Verfasser dieses ganz grossen Reiseberichts.</summary>
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                Die Teilnehmer dieses viertägigen Seminars:<b><br  /><br  /></b><b>Das Gehirn</b><br  />Das Gehirn unserer Gruppe ermöglichte uns anderen, 4 Tage lang völlig hirnlos kreuz und quer durch München zu torkeln und am Schluss doch immer am rechten Ort hinzupflatschen. Noch treffender für das Gehirn wäre freilich die Bezeichnung "Unser Führer" gewesen, denn das Gehirn führte uns vier Tage lang traumwandlerisch sicher durch München. Da dies aber politisch heikel ist – besonders wenn der Bayernfan das Gehirn im Suff überschwänglich als Grösster Führer aller Zeiten (Gröfaz) bezeichnet, lassen wir das mal.<br  /><br  /><b>Der Bayernfan</b><br  />Er ist sich nicht zu schade, jedes Wochenende Hunderte bis Tausende von Kilometern Reiseweg auf sich zu nehmen, bloss um irgend einen komplett unbedeutenden Fünftliga-Grottenkick live vor Ort zu sehen. Neben dem FC Bayern, dem FC Bayern II, der Frauenmannschaft des FC Bayern und wahrscheinlich auch dem FC Bayern IIIa reist er auch gerne YB, der Schweizer Nati und sogar der deutschen Mannschaft hinterher. Wenn die mal nicht spielen, darf es aber auch gerne österreichische fünfte Liga sein. Der Bayernfan betet fünf Mal täglich mit ausgerolltem Fanschal in Richtung Münchner Olympiastadion und versteht eine Menge Spass, solange es nicht um seinen ruhmreichen FC Bayern geht.<br  /><br  /><b>Der Webstübler</b><br  />Auch bekannt unter dem Künstlernamen Bannerschubser. Der Webstübler als solcher (also einer, der diesen Beruf ergreift), ist ja an sich schon ein eher einfaches Gemüt, aber wenn er zufälligerweise auch noch Schlagzeuger ist (wie in diesem speziellen Fall), dann machts in seinem Kopf nur noch Um-Tata. Beim Webstübler gilt darum: Um-Tata gut, alles gut.<br  /><br  /><div align="left"><b>Der Verfasser</b><br  />Der Verfasser dieses ganz grossen Reiseberichts.<br  /></div><br  /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/dg-alssolches_copy1.jpg" style="border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /> <img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/bf-chinesischerturm.jpg" style="border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /> <img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/ws-chinesischerturm.jpg" style="border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /> <img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/dv-chinesischerturm_copy1.jpg" style="border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /><h1><br  /></h1><br  /><br  /><br  /><br  /><br  /><h1><font color="Black">Donnerstag</font><i><br  /></i></h1> <br  /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/paulaner.jpg" style="float:left;margin-right:10px;margin-bottom:5px;border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /><b>Paulaner Brauerei (Nockherberg)</b><br  />Die bot sich so an, lag da so rum, diese Hure, gleich neben dem Hotel. Da besuchten wir sie halt (nicht, dass ich mit der Entscheidung irgendwas zu tun gehabt hätte). Wenig überraschend wird dort Paulanerbier in bayrischen Massen ausgeschenkt, dazu gibts biergartentypisches, höchst sonderbares Zeugs wie Currywurst und Obazta. Letzteres hat anscheinend nichts mit dem neuen Präsidenten der USA zu tun, sondern ist eine Käse-Butter-irgendwas-Paste, die zusammen mit der Brezn (bayrisch korrekter Ausdruck für Bretzel) gemampft wird. Ist gross.<br  />Der Bayer als solcher hat ja das Prinzip der Dezimalstelle noch nicht wirklich begriffen. Das Zahlensystem dieser Frühkultur kennt nur natürliche Zahlen der Menge N, von 1 bis unendlich. Daher ist es in München unmöglich, Bier in nicht-ganzzahligen Litermengen zu trinken. Die kleinste Masseinheit ist «a Moss» = 1 Liter. Beim Weissbier ist es zwar möglich, nur einen halben Liter zu bestellen. Aber der Bayer als solcher weiss nicht, dass es sich dabei um 0,5 Liter handelt - für ihn ist das «a Weissbia» (Mengeneinheit: 1). <br  />Sowohl Essen als auch Bier mundeten. Die Stimmung war noch relativ nüchtern, aber sonst schon schwer okay. Obschon es dem Bayernfan und dem Webstübler an jeglicher Vergleichsmöglichkeit gebrach, verteilten sie für den Biergarten wacker Punkte auf einer Skala von 1 bis 10 (7 resp. 8). Im weiteren Verlauf der Biergartentour entblödeten sich die beiden auch nicht, sogar halbe Punkte zu verteilen. Mit seriösem Gastrojournalismus, wie der Verfasser ihn hier betreibt, hat das freilich nichts zu tun. Dem Bayernfan fehlten freilich die Servierdüsen mit weitem Dirndl-Ausschnitt, dem Webstübler die Blaskapelle als solche. Personal erblickten wir nur von weitem: asiatisch (1.20 Meter) und afrikanisch (1.70 Meter) - beides wirkt im Volldirndl leicht skurril. Das Gehirn tut so, als ob es sich Sorgen mieche über die Trinkfestigkeit des Schweizers an sich, dabei ist es bekanntlich das Gehirn als solches, welches durch Alkohol am meisten havariert wird.<br  />Schon dämmerte es mir, was mit dem Ausdruck «Mass halten» auch noch gemeint sein könnte. Fürs erste mal ausreichend gekäppelt, gehen wir müssig in Richtung Ostfriedhof und von dort in den Englischen Garten.<br  /><br  /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/chinesischerturm_copy1.jpg" style="float:left;margin-right:10px;margin-bottom:5px;border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /><b>Chinesischer Turm</b><br  />Der Chinesische Turm gehört logischerweise zum Englischen Garten und wird noch logischererweise von einer original Boarischn Blaskapelle bewohnt. Das gefällt natürlich dem Webstübler. Der zugehörige Biergarten als solcher kommt etwas weniger gut weg. Allzu arg der Massenbetrieb, ein Platz an der Sonne erweist sich nicht unbedingt als Vorteil, der Verfasser blickt in Richtung Webstübler statt attraktives weibliches Wesen. Scheissgarten. Das Weissbier, wo «Münchner Kindl Weissbier» draufsteht, ist freilich okay. Der Webstübler vergibt trotzdem nur 6 Punkte - klar, er versucht, sich durch eine pseudokritische Haltung einen Anstrich von Seriosität zu verleihen, und ebenso klar: der muss noch mehr saufen.<br  />Der Platz an der Sonne hatten wir übrigens dem Umstand zu verdanken, dass das Gehirn sich nicht persönlich drum kümmern konnte. Das Gehirn musste Bier holen. Der Schweizer als solcher ist im Biergarten-Schattenparkieren noch nicht sonderlich geübt.<br  /><br  /><b>Seehaus</b><br  />Das Seehaus liegt im Englischen Garten. Der Englische Garten ist gross. Der Bayer als solcher, den man im Seehaus (skandalöserweise) in besonders grossen Stückzahlen antrifft, ist freilich ein etwas schrulliger, aber durchaus liebenswerter Zeitgenosse. Der Bayernfan ist immer noch nicht sehr gesprächig und vergibt ohne Begründung einfach mal 7,5 Punkte. Tubel. Für den Webstübler ist das hier dasselbe wie der Chinesische Turm, einfach ohne Blaskapelle. Riesentubel. Der Verfasser klärt auf: Hier Schatten, hier Wurst gross, auch im übertragenen Sinne (da fast wie ein Cervelat), mit süssem Senf (gross), Haare an den Pommes Frites des Webstübler, Bier ist schon wieder Paulaner, und Fazit: der beste Biergarten bis jetzt. Logisch, der Promillegehalt des Kritikers war auch noch nie so hoch.<br  /><br  /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/4moss.jpg" style="float:left;margin-right:10px;margin-bottom:5px;border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/seehaus.jpg" style="float:right;margin-left:10px;margin-bottom:5px;border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" />Interessantes Detail am Rande: Der Webstübler hat das Gefühl, wir hätten bereits 4 Biergärten besucht. Der verliert ja recht schnell den Überblick. Zum Glück bleibt der nur 3 Tage. Ausserdem beklagt sich der Riesenweichbecher schon über Druckstellen am Chnödli (für Deutsche: Chnödli ist NICHT das schweizerdeutsche Wort für Knödel) aufgrund des masslosen Masshaltens.<br  /><br  />Auf dem, was der Bayer als solcher «See» nennt, aber bestenfalls ein Mückentümpel der gehobenen Mittelklasse ist (Winterthur lässt grüssen), treten wir kräftig in die Pedalen. Der Webstübler und der Bayernfan versuchen in ihrem suffgetriebenen Anfall von massloser Selbstüberschätzung Enten zu überfahren, was freilich nicht gelingt. Schön wars trotzdem.<br  /><br  /><b>Billard-Zentrale Pripjat</b><br  />Ich nenne sie jetzt einfach mal so, der Name scheint mir stimmig. Besteht aus: 1 Billardtisch, 1 Kicker (Töggelikasten) und diverser himmeltrauriger Spielautomaten. Gäste oder so was brauchts hier nicht, Musik oder Belüftung ebenso wenig. Letzteres ist nicht nur wegen der Hitze ein Mühsal, sondern auch, weil das Kompogas-Kraftwerk des Bayernfan mit einer unsauberen Verbrennung arbeitet und zu explodieren droht. In die Billard-Zentrale Pripjat darf man erst ab 18 rein – verständlich, es gibt ja auch keinen Alkohol hier, so dass jeder Minderjährige wohl auf der Stelle vor lauter Depressionen sterben würde. Der Kicker (Töggelikasten) legt das Verhalten einer Bad Bank oder gar eines Spielautomaten an den Tag - er schluckt zwar fleissig Geld, passieren tut dann aber nix.<br  />Trotz alledem, und obwohl wir nicht Billard spielen können, tun wir genau das. Eisern und ausdauernd. Danach vergeben wir dem Lokal einstimmig Tiefstnoten.<br  /><br  /><b>Havanna-Club</b><br  />Für einen Sozialistenclub ist der verdammt teuer. Kuba für Kapitalisten. Aber Alkohol ist ja gerade in Krisenzeiten ein sicheres Rohstoffinvestment, und der Stoff hier ist gross. Das merkt man auch an den giggelnden bis kreischenden Französinnen am Tisch hintendran. Die Musik ist auch ganz gross. Der Verfasser beeindruckt die anderen Hum-Tata-Banausen mit enzyklopädischem Musikwissen: Es läuft «War is coming!» von WAR, das erste Stück der Platinum-Jazz-Platte von 1977. <br  /><br  /><b>Hotelbar</b><br  />Die Hotelbar als solche ist naturgemäss die letzte Station des Marathonsäufers (sofern er es überhaupt in sein Nachtlager zurück schafft). Die Hotelbar ist die Stunde der Wahrheit (und nicht etwa die Polizeistunde um 23 Uhr). Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Der Webstübler gehört definitiv zur Spreu, machte schon nach 2x Nippen am Whiskey Cola schlapp. Der Verfasser mügte zwar mehr verleiden, (hochdeutsch: er könnte mehr ab), hat aber die schlechte angewohnheit, Whiskey Cola im Fünfminutentakt zu leeren. Vor allem mit dem Röhrli drin. Das ist ja wie an der Mutterbrust saugen, da gibts dann kein Halten mehr. Gute Nacht.<br  /><br  /> <br  /><h1>Freitag</h1><br  /> <br  /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/dse.jpg" style="float:left;margin-right:10px;margin-bottom:5px;border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /><b>Weisses Bräuhaus</b><br  />Die Weisswurst als solche (dem Verfasser bisher nur als Coop-Ladenhüter bekannt) ist okay, sogar als Frühstück, aber i.A. und vom Webstübler und dem Bayernfan im speziellen überbewertet (9/10). Dem Verfasser ist nun mal der Kaffee und das Honigbrot als solches am Morgen heilig. Aber man passt sich in fremden Kulturen an, anders als der Deutsche als solcher. Beim Anpassen hilft es freilich, wenn das Bier das ausgezeichnete Schneider Weisse und die Servierdüse mütterlich (Bayernfan: «nett», Webstübler: «früher wohl eine Riesennummer») ist. Der Webstübler musste dann freilich die Düse auch noch fotografieren, freilich unscharf, was nicht ihrem Naturell entspricht. Er fand es ganz gross, dass man hier morgens vor elf Uhr freundlich und ohne jeden Sarkasmus gefragt wird, ob man <i>noch </i>ein Bier nehme. Der Bayernfan wollte noch schriftlich vermerkt haben, dass High-Tech hier fehl am Platze sei, aber ich habe keine Ahnung, worauf er sich bezog.<br  /><br  /><b>Hofbräuhaus</b><br  />Eine Art Indoor-Biergarten. Hat zwar auch einen nach eigenen Angaben «schönen Biergarten», was das Gehirn bemerkenswert fand, da es sich weder um einen richtigen Biergarten noch um irgend etwas Schönes handle. Beim Hofbräuhaus als solches gingen die Meinungen weit auseinander. Der Verfasser hielt das ganze für einen Touristenschuppen der übelsten Sorte - 15 Touristen pro Sekunde strömten dichtgedrängt neben seinem Massbier vorbei. Dieses war okay und als solches die Hauptsache. Dem Webstübler gefiel es hier über die Massen, was freilich nur an der Bloskopelle log. «An Professionalität und Authentizität nicht zu überbieten.» Die waren freilich etwa so authentisch wie Pamela Andersons Brüste. Aber sie machten ihren Job ausgezeichnet (ich meine jetzt die Musiker), das musste dann sogar der Verfasser zugeben. Der Wahrnehmungshorzont des Bayernfan war freilich etwas enger gefasst: Für ihn zählte nur, dass der Bierdeckel exakt den gleichen Radius aufwies wie der Masskrug. Das fand er ganz gross.<br  />Fast hätten wir hier auch noch gespeist, aber der Bayernfan hatte dann irgendwie keine Lust auf einen «Preßsack» [sic]: er wusste nicht was es ist, und es tönte nicht sehr appetitlich. Der Preßsack heisst auf Schweizerdeutsch Schwartenmagen, liess ich mich von Wikipedia belehren, freilich musste ich dann auch Schwartenmagen nachschlagen. Appetitlich ist auch das nicht.<br  /><br  /><b>Pfälzer Residenz</b><br  />Danach speisten wir – ich kann es noch immer nicht fassen – in einem bierlosen Lokal. Wahrscheinlich sah mittlerweile jeder von uns aus wie der Biersäufer als solcher, denn die Servierdüse wies uns sogleich warnend darauf hin, dass es hier kein flüssiges Brot gäbe. Eine Art Kombination aus Weinstube und Restaurant war das. Irgendwie feudal, aber trotzdem preiswert. Und gut. Bewertung gabs keine, da kein Bier. Danach schliefen wir auch noch in einem Café über einem Kaffee ein. Ausnüchtern am heiterhellen Nachmittag, um gestärkt den nächsten Biergarten in Angriff zu nehmen.<br  /><br  /><b>Hirschgarten</b><br  />Der Hirschgarten ist gross. Der grösste Biergarten angeblich. Fünf Schänken, alles auf möglichst effizientes Besaufen ausgerichtet. Im Errichten von Effizienz ist der Deutsche als solcher ja ganz gross. Drum musste man auch die Bierhumpen irgendwo hinter einer Hütte selber holen, bevor man das Bier selber holen durfte. Das missfiel vor allem dem Bayernfan, der sich damit tröstete, im Jassen gewonnen zu haben. Jetzt in der Zwischensaison oder was auch immer, jedenfalls nix los, wars freilich sehr angenehm. Lauschig. Schönes Wetter. Das Gehirn hatte ein Problem mit dem Zigarettenautomaten, der ihn nicht für voll(jährig) nahm. Der Schweizer als solcher hat, auch wenn er noch so voll ist, kein Recht auf Kippen, denn der sufffreundlich beschriftete Automat verlangte irgend einen deutschen Personalausweis, den freilich keine Sau bei sich hat.<br  /><br  /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/schild1.jpg" style="border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/schild2.jpg" style="border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/schild3.jpg" style="border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /><br  /><br  />Schon bei unserer Ankunft in München fielen dem Verfasser die vielen komplett sinnfreien Hinweis- und Verbotstafeln auf. Umwelt als solche ist prinzipiell verboten, dafür ist das Anfahren von Hotelgästen erlaubt. Im Hirschgarten dokumentierte ich den vorläufigen Höhepunkt des Schilder-Dadaismus: es bedarf schon des Bayers als solchem, um mitten in einem komplett flachen, mehrheitlich im Sommer frequentierten Park eine ganzjährige Tafel mit der Aufschrift «Rodeln verboten» aufzustellen.<br  /><br  /><b>Schmausefalle</b><br  />Gartenrestaurant, der Schweizer als solcher fühlt sich hier eher zu Hause als im Biergarten. Hier isst man sehr gut. Bier geht so. Atmosphäre gross. Schriftlich ist leider nichts überliefert, wir waren zu sehr mit schmausen und trinken beschäftigt.<br  /><br  /><b>Hotelbar</b><br  />Das hatten wir schon. Dieses mal machte das Gehirn vorzeitig schlapp. Gute Nacht.<br  /><br  /><br  /><h1><b>Samstag</b></h1><br  /><br  /><b>Hofbräukeller</b><br  />Der Bayernfan fängt nach 2 Tagen Biersaufen langsam an, sich zu artikulieren. Schon fast eloquent seine Gastrokritik: <br  /><i>Ambiente gut / eigentlich / allein der Kellener verdirbt 's halt /<br  />obwohl er fünf Humpen in einer Hand halten kann /<br  />Die Würste schmecken besser / als gestern /<br  />kann aber auch der Senf sein.</i><br  />Die Bedienung findet auch der Webstübler unterdurchschnittlich, der Garten als solcher dagegen schön und die Würste gross. Ihn stört zunehmend der Fussballfan als solcher, während den Bayernfan naturgemäss nur der Stuttgartfan als solcher stört. Gestört sind sie freilich alle beide. Der Verfasser gibt zu Protokoll, der Kellner sollte a) eine Kellnerin sein und b) es unterlassen, seinen Rucksack mit Weissbier vollzusabbeln. <br  /><br  /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/stadion.jpg" style="float:left;margin-right:10px;margin-bottom:5px;border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /><b>Grünwalder Stadion</b><br  />Hier besuchten wir ein Fussballspiel des ruhmreichen FC Bayern II. Es handelt sich dabei um Drittliga-Jungtalente, die dagegen anrennen, ewige Talente zu werden. Der Verfasser und scheint's auch der Webstübler und eventuell sogar die beiden anderen besuchen eh lieber kleine Fussballspiele als grosse. Das Grünwalder Stadion, 1911 gebaut und leider zum Abriss freigeben, ist freilich gross. Im einzigen Länderspiel der Stadiongeschichte zeigten hier am 12. Dezember 1926 die wackeren Eidgenossen mit einem gloriosen 3:2-Sieg dem Deutschen als solchem seine Grenzen auf. Heute eine baufällige Ruine, aber mit Charme. Die Resultatanzeige muss von einem eigens dafür Angestellten von Hand mit einem komplizierten Drahtseilaufzug aktualisert werden. Zum Glück für ihn gabs nur zwei Tore - 1:1 gegen die grossen Kickers Offenbach.<br  /><br  /><b>Irgend eine Bayern-Kneipe</b><br  />Hier schauten wir dann auf Leinwand den FC Bayern als solchen. War recht langweilig, der Bayernfan sah das natürlich anders. Der FC Bayern gewann. Das stimmte den Bayernfan sowie den Bayernfan als solchen milde, obwohls dann doch nicht zum Titel reichte. Bier gabs auch. Der Webstübler verliess uns an dieser Stelle. Der Juflisiech hatte es eilig, zurück in die Zivilisation zu kehren.<br  /><br  /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/pommesschranke.jpg" style="float:left;margin-right:10px;margin-bottom:5px;border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /><b>Bergwolf</b><br  />Endlich am Ziel angekommen: Das Gehirn bestellt vor laufender Kamera die legendären «Pommes Schranke». Aber nicht so, wie es der Deutsche als solcher tun würde: «ICH KRIECH POMMES SCHRANKE!!!», sondern so ganz nett und bitteschön und mit einem Lächeln. Wahrscheinlich assimiliert er sich langsam in Zürich.<br  />Der Deutsche als solcher spricht ja das Wort Pommes so aus, als ob es urgermanischen Ursprungs wäre. Die Frittes lässt er gleich ganz weg. In den wohlgeformten Ohren des Schweizers klingt das freilich ganz und gar falsch. Pommes Schranke klingt noch deutscher und bezeichnet Fritten mit einem Muster aus Ketchup (rot) und Mayo (weiss), sodass eine Bahnschranke (die freilich korrekt Barriere heisst) entsteht. Notiz im Bergwolf: «Der Deutsche als solcher gewinnt mit der Erfindung von Pommes Schranke sowie dem Begriff als solchen den Oltener Kleinkunstpreis.» Solche Sachen schreibt man halt, wenn man ein paar Bayerneinheiten intus hat.<br  />Der, die oder das Bergwolf kriegt von allen Beteiligten 10 von 10 Punkten, freilich auch, um den Webstübler zu ärgern, aber nicht nur. Pommes Schranke mit Currywurst gut, Bier gut, Servierdüse mit optimalen Brüsten (Zitat Bayernfan), Leinwand für Fussballfans, quasi grosses Kino direkt bei der U-Bahn.<br  /><br  /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/stachus.jpg" style="float:left;margin-right:10px;margin-bottom:5px;border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /><b>Kulturelles</b><br  />Das Gehirn schleuste uns durch den Fäkalienmarkt und andere Shopping- und Touri-Tiefpunkte. Dabei musste man immer fein achtgeben, dass einem nicht so ein Konsumzombie vor die Füsse stolperte. An einer Auktion wurde nutzloser Kitsch wie Gartenzwerge mit Mindestgeboten von 4000 Euro versteigert. Gross. Das Gehirn scheint sadistisch veranlagt, schickte er uns doch in den Dallmayr hinein, wohlwissend, dass er sich selbst das nicht antun muss. Der Konsumzombie als solcher ist ja zumeist weiblichen Geblüthes und sexuell frustriert. Von denen hats im Dallmayr etwa 56 pro Quadratmeter, was auch für nicht klaustrophobisch Veranlagte zuviel ist.<br  /><br  />Diejenigen unter uns, die mit einem dreidimensionalen Vorstellungsvermögen ausgestattet sind (Webstübler und der Verfasser), bestiegen dann auch noch einen grossen Kirchturm. Am Stachus waren wir auch (das Gehirn: Der ist groß, ja?!), an dessen Springbrunnen gabs Wet-T-Shirt-Contests von arg Minderjährigen – und dann noch auf dem Königsplatz (das Gehirn: Der ist groß!). Ja, gross ist er, aber das wars dann auch schon. Der Bayernfan hatte für die ganze Aktion kein Verständnis. Der Verfasser war zu ermattet, um sich in die Diskussion einzumischen.<br  /><br  /><b>Flaucher</b><br  />Von hier gibts keine handschriftlichen Notizen, und da wir schon ordentlich eine Fitze im Gesicht hatten, blabberten wir wohl auch nichts Gscheites. Als solcher ein schöner Biergarten auf einer Flussinsel. Kühl wars dann gegen Abend, in kurzen Hosen, trotz des ganz grossen Heizkraftwerks in der Nähe. Wir mussten zurück zur Hotelbar. Gute Nacht.<br  /><br  /><br  /><h1>Sonntag</h1><br  /><br  /><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/lwenkeller.jpg" style="float:left;margin-right:10px;margin-bottom:5px;border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /><b>Löwenkeller</b><br  />Feudales Gebäude inmitten ungemütlicher Bürokomplexe, Gemütlichkeitsoase. Hier gabs dann zur Abwechslung mal Weisswurst mit Weissbier zum Frühstück - der Bayer als solcher ist ja unglaublich vielseitig. Wobei wir etwas spät dran waren, um früh zu stücken. Die Kellnerin deckte schonungslos auf, dass es ein Ammenmärchen sei, nach 12 Uhr keine Weisswurst mehr zu erhalten. Das komme von früher, als die Weisswürste nur ein paar Stunden haltbar gewesen seien.<br  />Aus unerklärlichen Gründen fand der Bayernfan diesen Biergarten GANZ GROSS (9/10), selbst die «knorrige» Kellnerin. Stimmung «echt», was immer das heissen soll. Einen Punkt Abzug gabs nur für das Bier (Löwenbräubschütti). Der Senf war freilich besser als die Fertigpackungen im Hofbräukeller.<br  /><br  /><b>Augustinerkeller</b><br  />Hier blieben wir sehr lange, weshalb wir am Sonntag nur gerade zwei Biergärten schafften. Dem Verfasser gefiels hier über die Massen, war auch schon bald wieder ausreichend gekäppelt. Nur so ist es zu erklären, dass er die fehlende Biergartenkultur in der Schweiz bedauerte. «So hat der Biergarten als solcher in der Schweiz Erfolg: Den Schweizer als solchen vom Kafi zum Weissbier umerziehen», dozierte er sinnlos. Der Schweizer als solcher mit einem <a target="_blank" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bier#Bierkonsum_und_Brauwirtschaft">Pro-Kopf-Konsum</a> von 57 Litern pro Jahr muss freilich noch viel lernen. Vom Deutschen als solchem (116 Liter, wobei der Stamm der Lederhosen bestimmt mehr trinkt), und natürlich vom Tschechen als solchem mit fantastischen 160 Litern. Zufälligerweise, befindet der Verfasser in feuriger Übereinstimmung mit dem Bayernfan, stammen aus diesen Landen auch die besseren Schneges, worauf das Gehirn entschieden widerspricht. Die Zürcherinnen seien schon auch groß. Aber alle künstlich aufgemöbelt, spottete verächtlich der Bayernfan, und fügte an, der Tscheche als solcher könne es sich finanziell nicht leisten, seine Schneges optisch zu frisieren. Der Verfasser möchte nachträglich anfügen, dass er das auch gar nicht nötig hat. <br  />Bevor das Niveau noch ganz in den Augustinerkeller fiel, plampten wir in der Abendsonne Richtung Bahnhof. Gute Nacht.<br  /><p style="text-align:center;"><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/augustiner.jpg" style="border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /></p>
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		<author>
			<name>Dr_Gonzo</name>
		</author>
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		<title>Was ich über den Thurgau weiss</title>
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		<published>2009-05-13T21:03:00+02:00</published>
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		<link rel="related" type="text/html" href=""  />
		<summary type="text">Das weiss ich aus mehrfacher eigener Erfahrung: Dieser Kanton eignet
sich ausgezeichnet zum Velofahren. Er ist flach, es windet nicht allzu
sehr, und die Landschaft ist wunderschön. Dazu kommen gute Velowege und
wenig Verkehr.Man kann
dort, auch wenn man gar nicht will, mit lokalen Eingeborenen (Bauern)
plaudern, die sich schüli freuen, mal überhaupt mit jemandem reden zu
können, und es «ganz verreckt» finden, dass man da so mit dem Velo
durchfährt.Der Thurgau hat einen Bodensee. Konstanz, eine
schöne Stadt, gehört zum Bodensee, aber nicht zum Thurgau. Aber das
macht nichts; dank dem von der Thurgauer SVP heftig bekämpften
Schengen-Abkommen können jetzt alle Thurgauer aus Kreuzlingen voll easy
schnell über Mittag an den See, ins zauberhafte EU-Land.Die
Thur eignet sich im Gegensatz zur Kander ausgezeichnet zum
Schlauchbootfahren, das hab ich auch mal gemacht, vor etwa 87 Jahren.
Einziger Nachteil: Heerscharen von Bremsen. Es sind übrigens nur die
Weibchen, die durch juckendes Blutsaugen nerven, während ihre
sanftmütigen Ehegatten den ganzen Tag verliebt an Blumen schnuppern.
Das nur so am Rande. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind natürlich
rein zufällig und unbeabsichtigt.Frauenfeld
ist ein unglaubliches Kaff. Ich dachte immer, das müsse eine Stadt
sein, nicht gross zwar, aber doch eine richtige Stadt - so wie Uster
zum Beispiel. Denkste. Frauenfeld sieht aus wie ein breitgewalztes
Bauerndorf. Der Bahnhof hat drei Gleise und ist erinnert an Mani
Matters «Lied vo de Bahnhöf». Frauenfeld könnte auch Frauenwald oder
Frauenwiese heissen. Wie es mit den Frauen steht, ist unklar (mir
zumindest). Der Ortsname rührt wahrscheinlich von der lieben Frau
Muttergottes (in einem Wort geschrieben!). Mehr zum Thema Frauen weiter
unten.Aus Frauenfeld, das sei zur Ehrrettung gesagt, stammen
genau 98% aller kurzweiligen Schweizer Poetry-Slammer. Keine Ahnung
wieso, und wahrscheinlich stimmt das auch gar nicht, aber als ich in
Zürich mal an einem Poetry-Slam war, da waren alle beeindruckenden
Performer aus Frauenfeld. Ausser einer, Etrit Hasler, der kam aus St.
Gallen. Dass er noch lebt, ist seiner Homepage nicht anzumerken, jedoch
hab ich von ihm eine Star-Trek-Rezension
in der WOZ gefunden, samt Kommentar - und der ist erfrischend
undiplomatisch, so wie man sich das von Hasler gewohnt ist. Aber ich
schweife ab. Hier geht es ja um Thurgauer. Resp. Innen. Andererseits:
diese Ostschweizer, Japaner und Chinesen, das ist doch alles dasselbe
Lumpenpack.Was ich nur vom Hörensagen weiss, weil ich meinen
Kollegen das bei jeder Gelegenheit sagen höre: Mit Thurgauerinnen kann
man ganz verreckt guten Sex haben. Der Kollege hatte nämlich mal
angeblich mit einer Thurgauerin in einem Hotel ganz verreckt guten Sex,
wobei die Mostinderin einen solchen Höllenlärm gemacht hatte, dass das
anschliessende Frühstück in der Halböffentlichkeit dann eher von
peinlicher Stille gekennzeichnet war.Trotzdem ist diese Hörensage
natürlich ein völlig hirnloses Statement, weil man wohl in jedem noch
so abverreckten Kanton irgend eine Frau findet, mit der man guten Sex
haben kann (oder: könnte, so man Gelegenheit dazu hätte). Eine Ausnahme
hierbei bilden höchstens Inner-Hoden oder Obwalden. Denn wer auf die
Idee kommt, ein degressives Steuersystem einzuführen, muss uhuren lange
keinen guten Sex mehr gehabt haben.Wenn man in der
Google-Bildersuche "typische Thurgauerin" eingibt (was natürlich
wiederum völlig hirnlos ist), erscheint an erster Stelle eine alte
Singer-Nähmaschine und nicht weit dahinter ein Schwarzweissbild von
einem noch jungen, aber doch eindeutig männlichen Ueli Maurer.</summary>
        <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ratioaktiv.ch/blog/pivot/entry.php?id=109"><![CDATA[
                Das weiss ich aus mehrfacher eigener Erfahrung: Dieser Kanton eignet
sich ausgezeichnet zum Velofahren. Er ist flach, es windet nicht allzu
sehr, und die Landschaft ist wunderschön. Dazu kommen gute Velowege und
wenig Verkehr.<br  /><br  /><p style="text-align:center;"><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/p1020052.jpg" style="border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /></p><br  /><br  />Man kann
dort, auch wenn man gar nicht will, mit lokalen Eingeborenen (Bauern)
plaudern, die sich schüli freuen, mal überhaupt mit jemandem reden zu
können, und es «ganz verreckt» finden, dass man da so mit dem Velo
durchfährt.<br  /><br  />Der Thurgau hat einen Bodensee. Konstanz, eine
schöne Stadt, gehört zum Bodensee, aber nicht zum Thurgau. Aber das
macht nichts; dank dem von der Thurgauer SVP heftig bekämpften
Schengen-Abkommen können jetzt alle Thurgauer aus Kreuzlingen voll easy
schnell über Mittag an den See, ins zauberhafte EU-Land.<br  /><br  /><p style="text-align:center;"><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/p1020055_copy1.jpg" style="border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /></p><br  /><br  />Die
Thur eignet sich im Gegensatz zur Kander ausgezeichnet zum
Schlauchbootfahren, das hab ich auch mal gemacht, vor etwa 87 Jahren.
Einziger Nachteil: Heerscharen von Bremsen. Es sind übrigens nur die
Weibchen, die durch juckendes Blutsaugen nerven, während ihre
sanftmütigen Ehegatten den ganzen Tag verliebt an Blumen schnuppern.
Das nur so am Rande. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind natürlich
rein zufällig und unbeabsichtigt.<br  /><br  /><p style="text-align:center;"><img src="http://www.ratioaktiv.ch/blog/images/p1020065.jpg" style="border:0px solid" title="" alt="" class="pivot-image" /></p><br  /><br  />Frauenfeld
ist ein unglaubliches Kaff. Ich dachte immer, das müsse eine Stadt
sein, nicht gross zwar, aber doch eine richtige Stadt - so wie Uster
zum Beispiel. Denkste. Frauenfeld sieht aus wie ein breitgewalztes
Bauerndorf. Der Bahnhof hat drei Gleise und ist erinnert an Mani
Matters «Lied vo de Bahnhöf». Frauenfeld könnte auch Frauenwald oder
Frauenwiese heissen. Wie es mit den Frauen steht, ist unklar (mir
zumindest). Der Ortsname rührt wahrscheinlich von der lieben Frau
Muttergottes (in einem Wort geschrieben!). Mehr zum Thema Frauen weiter
unten.<br  /><br  />Aus Frauenfeld, das sei zur Ehrrettung gesagt, stammen
genau 98% aller kurzweiligen Schweizer Poetry-Slammer. Keine Ahnung
wieso, und wahrscheinlich stimmt das auch gar nicht, aber als ich in
Zürich mal an einem Poetry-Slam war, da waren alle beeindruckenden
Performer aus Frauenfeld. Ausser einer, Etrit Hasler, der kam aus St.
Gallen. Dass er noch lebt, ist seiner Homepage nicht anzumerken, jedoch
hab ich von ihm eine <a target="_blank" href="http://www.woz.ch/artikel/2009/nr19/kultur/17855.html">Star-Trek-Rezension</a>
in der WOZ gefunden, samt Kommentar - und der ist erfrischend
undiplomatisch, so wie man sich das von Hasler gewohnt ist. Aber ich
schweife ab. Hier geht es ja um Thurgauer. Resp. Innen. Andererseits:
diese Ostschweizer, Japaner und Chinesen, das ist doch alles dasselbe
Lumpenpack.<br  /><br  />Was ich nur vom Hörensagen weiss, weil ich meinen
Kollegen das bei jeder Gelegenheit sagen höre: Mit Thurgauerinnen kann
man ganz verreckt guten Sex haben. Der Kollege hatte nämlich mal
angeblich mit einer Thurgauerin in einem Hotel ganz verreckt guten Sex,
wobei die Mostinderin einen solchen Höllenlärm gemacht hatte, dass das
anschliessende Frühstück in der Halböffentlichkeit dann eher von
peinlicher Stille gekennzeichnet war.<br  />Trotzdem ist diese Hörensage
natürlich ein völlig hirnloses Statement, weil man wohl in jedem noch
so abverreckten Kanton irgend eine Frau findet, mit der man guten Sex
haben kann (oder: könnte, so man Gelegenheit dazu hätte). Eine Ausnahme
hierbei bilden höchstens Inner-Hoden oder Obwalden. Denn wer auf die
Idee kommt, ein degressives Steuersystem einzuführen, muss uhuren lange
keinen guten Sex mehr gehabt haben.<br  /><br  />Wenn man in der
Google-Bildersuche "typische Thurgauerin" eingibt (was natürlich
wiederum völlig hirnlos ist), erscheint an erster Stelle eine alte
Singer-Nähmaschine und nicht weit dahinter ein Schwarzweissbild von
einem noch jungen, aber doch eindeutig männlichen Ueli Maurer.</p>
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		<author>
			<name>Dr_Gonzo</name>
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		<title>Neujahrsvorsatz</title>
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		<link rel="related" type="text/html" href=""  />
		<summary type="text">Ich hab mir vorgenommen, mir aufs neue Jahr ein paar Dinge vorzunehmen, habs dann aber versifft.</summary>
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                Ich hab mir vorgenommen, mir aufs neue Jahr ein paar Dinge vorzunehmen, habs dann aber versifft.</p>
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		<author>
			<name>Dr_Gonzo</name>
		</author>
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		<title>Was jetzt.</title>
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		<updated>2008-11-01T15:08:00+02:00</updated>
		<published>2008-11-01T15:08:00+02:00</published>
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		<link rel="related" type="text/html" href=""  />
		<summary type="text">Jetzt hab ich doch mehr als ein halbes Jahr hier nichts mehr hereingeschrieben. Wie lange diese Zeitspanne ist, merke ich daran, dass ich nicht einmal mehr wusste, ob ich die Domaingebühren für dieses Jahr bezahlt habe. Ich musste also erst mal die Seite aufrufen, um zu sehen, ob sie überhaupt noch existiert.Es hat immer grossen Spass gemacht, hier mit hundertprozentiger Narrenfreiheit schreiben zu können. Kein Ausdruck zu derb, keine Formulierung zu obszön, keine Assoziation zu wirr, kein Blödsinn zu blöd, um nicht einfach veröffentlicht zu werden. Dass es dann auch noch Leute gibt, die das gern lesen, ist einfach nur geil.Aber manchmal glaube ich auch, dass ich Dinge zu sagen hätte, die ich ernst meine. Sehr oft sogar. Die Vermischung von Höherem Blödsinn à la Dr. Gonzo und tiefschürfenden Essays im gleichen Blog, zum Teil sogar im gleichen Text oder Satz, finde ich schon seit Jahren problematisch. Denn wer Gonzo-Blogging betreibt, hat natürlich die grösste Mühe, von einem breiteren Publikum ernst genommen zu werden. Gerne würde ich einen Blog einrichten, wo ausschliesslich hochedel formulierte, messerschafte Analysen zu einem einheitlichen Thema zu lesen sind. Aber ich merke, dass ich das irgendwie nicht schaffe. Erstens gäbe es zu viel zu tun, und zweitens würde mir dabei etwas fehlen. Ich  brauche beides, Ernst und Spass, und ratioaktiv bietet mir und dir beides.To be continued ...</summary>
        <content type="html" xml:lang="de" xml:base="http://www.ratioaktiv.ch/blog/pivot/entry.php?id=106"><![CDATA[
                Jetzt hab ich doch mehr als ein halbes Jahr hier nichts mehr hereingeschrieben. Wie lange diese Zeitspanne ist, merke ich daran, dass ich nicht einmal mehr wusste, ob ich die Domaingebühren für dieses Jahr bezahlt habe. Ich musste also erst mal die Seite aufrufen, um zu sehen, ob sie überhaupt noch existiert.<br  /><br  />Es hat immer grossen Spass gemacht, hier mit hundertprozentiger Narrenfreiheit schreiben zu können. Kein Ausdruck zu derb, keine Formulierung zu obszön, keine Assoziation zu wirr, kein Blödsinn zu blöd, um nicht einfach veröffentlicht zu werden. Dass es dann auch noch Leute gibt, die das gern lesen, ist einfach nur geil.<br  /><br  />Aber manchmal glaube ich auch, dass ich Dinge zu sagen hätte, die ich ernst meine. Sehr oft sogar. Die Vermischung von Höherem Blödsinn à la Dr. Gonzo und tiefschürfenden Essays im gleichen Blog, zum Teil sogar im gleichen Text oder Satz, finde ich schon seit Jahren problematisch. Denn wer Gonzo-Blogging betreibt, hat natürlich die grösste Mühe, von einem breiteren Publikum ernst genommen zu werden. Gerne würde ich einen Blog einrichten, wo ausschliesslich hochedel formulierte, messerschafte Analysen zu einem einheitlichen Thema zu lesen sind. Aber ich merke, dass ich das irgendwie nicht schaffe. Erstens gäbe es zu viel zu tun, und zweitens würde mir dabei etwas fehlen. Ich  brauche beides, Ernst und Spass, und ratioaktiv bietet mir und dir beides.<br  /><br  />To be continued ...</p>
		]]></content>
		<author>
			<name>Dr_Gonzo</name>
		</author>
	</entry>
	
	
	
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		<updated>2008-11-01T15:06:00+02:00</updated>
		<published>2008-03-30T13:05:00+02:00</published>
		<id>tag:ratioaktiv,2009:ratioaktiv.105</id>
		<link rel="related" type="text/html" href=""  />
		<summary type="text">Zwei neue Songideen.Eins.Zwei.</summary>
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                Zwei neue Songideen.<br  /><a target="_blank" href="http://www.ratioaktiv.ch/stuff/hey_joker_v3.mp3">Eins</a>.<br  /><a target="_blank" href="http://www.ratioaktiv.ch/stuff/sulz_on.mp3">Zwei</a>.</p>
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			<name>Dr_Gonzo</name>
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		<title>Deutschland, Deutschland über alles</title>
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		<updated>2008-01-30T20:37:00+02:00</updated>
		<published>2008-01-30T20:33:00+02:00</published>
		<id>tag:ratioaktiv,2009:ratioaktiv.104</id>
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		<summary type="text">Deutsche überschwemmen ja nicht nur «Malle» mit sich selbst, sondern auch weit weniger mediterrane Gebiete wie zum Beispiel Zürich. Das stört insofern, als ich zufälligerweise da wohne. Nun ist es keineswegs so, dass Deutsche hier negativ auffallen würden, sie geben sich auch sehr Mühe, dies nicht zu tun. Doch leider werden wir Schweizer Euch Deutsche trotzdem niemals so richtig mögen. Da könnt ihr eigentlich nichts dafür, das liegt einfach daran, dass der kleine Bruder den grossen immer als arroganter Grosskotz empfindet. Dass die Schweizer die Deutschen nicht mögen, hat etwa den gleichen Grund, wie die Schaffhauser/Winterthurer/Basler die Zürcher, und natürlich insbesondere die Stadtzürcher, nicht mögen. Allfällige weitere Gründe, die man anführen könnte, die Deutschen nicht zu mögen - der Phantasie sind hier ja keine Grenzen gesetzt - dienen lediglich als Vorwand, diesen Minderwertigkeitskomplex auszuleben. Der Grund, den ich zu diesem Zweck erfunden habe, ist zum Beispiel der, dass uns die Deutschen zu ähnlich sind, als dass sie eine kulturelle Bereicherung darstellen würden. Alle anderen Ausländergruppierungen (Italiener, Spanier, Türken, was auch immer) bringen ihre kulinarischen und sonstigen kulturellen Errungenschafen mit in die Schweiz, und das ist eine Bereicherung. Wir wollen aber keine deutsche Weisswurst fressen, denn wir haben bereits den Cervelat. Das ist etwas sehr ähnliches, nur besser.Nun ist mir eine geniale Idee in den Sinn gekommen, wie wir Schweizer, oder zumindest ich, mich an den Deutschen rächen kann: ich gehe nach Deutschland in die Ferien. Denn Deutschland ist ja ein ebenso unbekanntes wie wunderbares Land. Die deutschen Städte sind wohl die schönsten und angenehmsten weltweit (ich rede natürlich jetzt nicht Berlin, obwohl auch Berlin immer wieder mal eine Reise wert ist). Dazu gibts so faszinierende Landschaften wie die Lüneburger Heide. Ich reise möglicherweise in die Sächsische Schweiz und erkläre dort allen, dass
die Sächsische Schweiz wohl der einzige Ort in Deutschland sei, wo man
sich aufhalten könne, denn die Betonung liege ja auf Schweiz und nicht
auf sächsisch, wobei ich heftig mit einer Schweizer Fahne wedeln würde.
Unberührte, absurd romantische Landstriche im Land der Dichter und Denker, wie beispielsweise das Zittaner Gebirge,  werde ich aus purer Rache und Hass auf die einheimische Bevölkerung durch meine Anwesenheit beflecken. Dabei interessiert es mich überhaupt nicht, dass die Deutschen, die in Zürich wohnen, keineswegs aus dem Zittaner Gebirge stammen, sondern aus dem Ruhrpott - Deutscher ist Deutscher. Natürlich werde ich mich in meinem Urlaub wie der unmöglichste Tourist aufführen. Zum Beispiel will ich keine Gelegenheit auslassen, zu jammern, wie teuer dort alles ist, und wenn ich dann widerwillig mein Portemonnaie (pardon, äh Verzeihung: meine Brieftasche) zücke, werden mir stets ein paar Hunderternoten auf den Boden fallen. Selbstverständlich wird es sich dabei nicht um dieses Euro-Zeugs handeln, sondern um harte Schweizer Franken, die ich aus Sicherheitsgründen auch im Ausland immer mit mir rumtrage und erwarte, dass sie als Zahlungsmittel akzeptiert werden - andernfalls werde ich mich lautstark beschweren. Auch werde ich die Gelegenheit nutzen, jedes noch so grosszügig angelegte Tempolimit im Strassenverkehr zu missachten, denn nur im Ausland ist dies so billig - genauer gesagt gratis, die Bussen braucht man ja nicht zu bezahlen. Durch mein flegelhaftes, subversives, geradezu kulturzersetzendes Verhalten als Tourist im schönen Deutschland werde ich diese Nation soweit psychisch destabilisieren, quasi mental in Schutt und Asche legen, dass sie bei den nächsten Wahlen spontan die NPD zur absolut stärksten Partei wählt und ... moment mal, will ich das wirklich? Ich muss mir das nochmals überlegen.</summary>
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                Deutsche überschwemmen ja nicht nur «Malle» mit sich selbst, sondern auch weit weniger mediterrane Gebiete wie zum Beispiel Zürich. Das stört insofern, als ich zufälligerweise da wohne. Nun ist es keineswegs so, dass Deutsche hier negativ auffallen würden, sie geben sich auch sehr Mühe, dies nicht zu tun. Doch leider werden wir Schweizer Euch Deutsche trotzdem niemals so richtig mögen. Da könnt ihr eigentlich nichts dafür, das liegt einfach daran, dass der kleine Bruder den grossen immer als arroganter Grosskotz empfindet. Dass die Schweizer die Deutschen nicht mögen, hat etwa den gleichen Grund, wie die Schaffhauser/Winterthurer/Basler die Zürcher, und natürlich insbesondere die Stadtzürcher, nicht mögen. Allfällige weitere Gründe, die man anführen könnte, die Deutschen nicht zu mögen - der Phantasie sind hier ja keine Grenzen gesetzt - dienen lediglich als Vorwand, diesen Minderwertigkeitskomplex auszuleben. Der Grund, den ich zu diesem Zweck erfunden habe, ist zum Beispiel der, dass uns die Deutschen zu ähnlich sind, als dass sie eine kulturelle Bereicherung darstellen würden. Alle anderen Ausländergruppierungen (Italiener, Spanier, Türken, was auch immer) bringen ihre kulinarischen und sonstigen kulturellen Errungenschafen mit in die Schweiz, und das ist eine Bereicherung. Wir wollen aber keine deutsche Weisswurst fressen, denn wir haben bereits den Cervelat. Das ist etwas sehr ähnliches, nur besser.<br  /><br  />Nun ist mir eine geniale Idee in den Sinn gekommen, wie wir Schweizer, oder zumindest ich, mich an den Deutschen rächen kann: ich gehe nach Deutschland in die Ferien. Denn Deutschland ist ja ein ebenso unbekanntes wie wunderbares Land. Die deutschen Städte sind wohl die schönsten und angenehmsten weltweit (ich rede natürlich jetzt nicht Berlin, obwohl auch Berlin immer wieder mal eine Reise wert ist). Dazu gibts so faszinierende Landschaften wie die Lüneburger Heide. Ich reise möglicherweise in die Sächsische Schweiz und erkläre dort allen, dass
die Sächsische Schweiz wohl der einzige Ort in Deutschland sei, wo man
sich aufhalten könne, denn die Betonung liege ja auf Schweiz und nicht
auf sächsisch, wobei ich heftig mit einer Schweizer Fahne wedeln würde.
Unberührte, absurd romantische Landstriche im Land der Dichter und Denker, wie beispielsweise das Zittaner Gebirge,  werde ich aus purer Rache und Hass auf die einheimische Bevölkerung durch meine Anwesenheit beflecken. Dabei interessiert es mich überhaupt nicht, dass die Deutschen, die in Zürich wohnen, keineswegs aus dem Zittaner Gebirge stammen, sondern aus dem Ruhrpott - Deutscher ist Deutscher. Natürlich werde ich mich in meinem Urlaub wie der unmöglichste Tourist aufführen. Zum Beispiel will ich keine Gelegenheit auslassen, zu jammern, wie teuer dort alles ist, und wenn ich dann widerwillig mein Portemonnaie (pardon, äh Verzeihung: meine Brieftasche) zücke, werden mir stets ein paar Hunderternoten auf den Boden fallen. Selbstverständlich wird es sich dabei nicht um dieses Euro-Zeugs handeln, sondern um harte Schweizer Franken, die ich aus Sicherheitsgründen auch im Ausland immer mit mir rumtrage und erwarte, dass sie als Zahlungsmittel akzeptiert werden - andernfalls werde ich mich lautstark beschweren. Auch werde ich die Gelegenheit nutzen, jedes noch so grosszügig angelegte Tempolimit im Strassenverkehr zu missachten, denn nur im Ausland ist dies so billig - genauer gesagt gratis, die Bussen braucht man ja nicht zu bezahlen. Durch mein flegelhaftes, subversives, geradezu kulturzersetzendes Verhalten als Tourist im schönen Deutschland werde ich diese Nation soweit psychisch destabilisieren, quasi mental in Schutt und Asche legen, dass sie bei den nächsten Wahlen spontan die NPD zur absolut stärksten Partei wählt und ... moment mal, will ich das wirklich? Ich muss mir das nochmals überlegen.</p>
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			<name>david</name>
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