13. Mai 2009 - 594 W, 3 I - + 10 - 4 Was ich über den Thurgau weiss
Das weiss ich aus mehrfacher eigener Erfahrung: Dieser Kanton eignet
sich ausgezeichnet zum Velofahren. Er ist flach, es windet nicht allzu
sehr, und die Landschaft ist wunderschön. Dazu kommen gute Velowege und
wenig Verkehr.

Man kann
dort, auch wenn man gar nicht will, mit lokalen Eingeborenen (Bauern)
plaudern, die sich schüli freuen, mal überhaupt mit jemandem reden zu
können, und es «ganz verreckt» finden, dass man da so mit dem Velo
durchfährt.
Der Thurgau hat einen Bodensee. Konstanz, eine
schöne Stadt, gehört zum Bodensee, aber nicht zum Thurgau. Aber das
macht nichts; dank dem von der Thurgauer SVP heftig bekämpften
Schengen-Abkommen können jetzt alle Thurgauer aus Kreuzlingen voll easy
schnell über Mittag an den See, ins zauberhafte EU-Land.

Die
Thur eignet sich im Gegensatz zur Kander ausgezeichnet zum
Schlauchbootfahren, das hab ich auch mal gemacht, vor etwa 87 Jahren.
Einziger Nachteil: Heerscharen von Bremsen. Es sind übrigens nur die
Weibchen, die durch juckendes Blutsaugen nerven, während ihre
sanftmütigen Ehegatten den ganzen Tag verliebt an Blumen schnuppern.
Das nur so am Rande. Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind natürlich
rein zufällig und unbeabsichtigt.

Frauenfeld
ist ein unglaubliches Kaff. Ich dachte immer, das müsse eine Stadt
sein, nicht gross zwar, aber doch eine richtige Stadt - so wie Uster
zum Beispiel. Denkste. Frauenfeld sieht aus wie ein breitgewalztes
Bauerndorf. Der Bahnhof hat drei Gleise und ist erinnert an Mani
Matters «Lied vo de Bahnhöf». Frauenfeld könnte auch Frauenwald oder
Frauenwiese heissen. Wie es mit den Frauen steht, ist unklar (mir
zumindest). Der Ortsname rührt wahrscheinlich von der lieben Frau
Muttergottes (in einem Wort geschrieben!). Mehr zum Thema Frauen weiter
unten.
Aus Frauenfeld, das sei zur Ehrrettung gesagt, stammen
genau 98% aller kurzweiligen Schweizer Poetry-Slammer. Keine Ahnung
wieso, und wahrscheinlich stimmt das auch gar nicht, aber als ich in
Zürich mal an einem Poetry-Slam war, da waren alle beeindruckenden
Performer aus Frauenfeld. Ausser einer, Etrit Hasler, der kam aus St.
Gallen. Dass er noch lebt, ist seiner Homepage nicht anzumerken, jedoch
hab ich von ihm eine
Star-Trek-Rezension
in der WOZ gefunden, samt Kommentar - und der ist erfrischend
undiplomatisch, so wie man sich das von Hasler gewohnt ist. Aber ich
schweife ab. Hier geht es ja um Thurgauer. Resp. Innen. Andererseits:
diese Ostschweizer, Japaner und Chinesen, das ist doch alles dasselbe
Lumpenpack.
Was ich nur vom Hörensagen weiss, weil ich meinen
Kollegen das bei jeder Gelegenheit sagen höre: Mit Thurgauerinnen kann
man ganz verreckt guten Sex haben. Der Kollege hatte nämlich mal
angeblich mit einer Thurgauerin in einem Hotel ganz verreckt guten Sex,
wobei die Mostinderin einen solchen Höllenlärm gemacht hatte, dass das
anschliessende Frühstück in der Halböffentlichkeit dann eher von
peinlicher Stille gekennzeichnet war.
Trotzdem ist diese Hörensage
natürlich ein völlig hirnloses Statement, weil man wohl in jedem noch
so abverreckten Kanton irgend eine Frau findet, mit der man guten Sex
haben kann (oder: könnte, so man Gelegenheit dazu hätte). Eine Ausnahme
hierbei bilden höchstens Inner-Hoden oder Obwalden. Denn wer auf die
Idee kommt, ein degressives Steuersystem einzuführen, muss uhuren lange
keinen guten Sex mehr gehabt haben.
Wenn man in der
Google-Bildersuche "typische Thurgauerin" eingibt (was natürlich
wiederum völlig hirnlos ist), erscheint an erster Stelle eine alte
Singer-Nähmaschine und nicht weit dahinter ein Schwarzweissbild von
einem noch jungen, aber doch eindeutig männlichen Ueli Maurer.