+ 0 - 0 | § ¶Einszweidrei
§1Ok, ich habs irgendwann auch selber gemerkt: Dieser Blog ist doof. Ich möchte ihn gern zerdeppern, zumindest in dieser Form. Hab aber im Moment keinen Pfupf, die Webseite umzubauen.
§2
Im Sinne von §1: Ich liebe die Rolling Stones. Ich weiss, dass das uncool ist, aber uncool sein fand ich schon immer cool. Ach ja, und hört mir bitte auf mit Sportfreunde Stiller, Wir sind Helden, Plüsch, Gorillaz, Foo Fighters und all dem anderen gehypten coolen Scheiss. Ich hör mir nicht die Stones an, weil ich die neuen Bands nicht kenne, sondern weils mir besser gefällt.
§3
Ich habe heute glaubs zum ersten Mal einen Hund gesehen, bei dem ich gedacht habe: So einen hätt ich auch gern. Sonst denk ich bei Hunden immer: Lass mich bloss in Ruhe, du kranke Missgeburt. Ausserdem haben mich heute alte Leute für einmal nicht genervt, sondern ich hätte eher Lust gehabt, ihnen irgendwie zu helfen. Werd ich etwa altersmild? Ä, wahrscheinlich nicht. Immerhin hatte der Tag damit begonnen, dass ich einer völlig hysterisch herumkrächzenden Elster eine Kartoffel nachgeschmissen hab.
+ 0 - 0 | § ¶So nicht, Part 4
(Soundtrack zu diesem Text: «Bonbon aus Wurst» von Helge Schneider)Schreiben wir wieder mal über was Anstössiges, das kommt immer gut an. Also: Aufgrund der Mails, die ich jeden Tag erhalte, könnte man annehmen, ich hätte einen winzig kleinen Penis und einen ebenso winzigen Geldbeutel und mit beidem ein um so grösseres Problem. Vermutlich brauche ich dringend enorm viel Geld, um aus meinem enorm kleinen wertvollen Stück (sog. «Kleinod», um nicht zu sagen Kleinöd) noch mehr Wertschöpfung zu generieren, oder wie das in der Bänklersprache heisst. Ich dementiere hiermit ausdrücklich: So schlimm ist es nun auch wieder nicht, weder beim einen noch beim andern. Ich möchte zwar nicht behaupten, dass das exakte Gegenteil der Fall ist, aber immerhin. Allzuviel ist ohnehin ungesund. Ich hab mir überlegt, ob ich an dieser Stelle ein besonderes Prachtexemplar abbilden sollte von einem Mail, in welchem man sehr schon «before» und «after» vergleichen kann. Da vielleicht jemand grad am essen oder sonst zartbesaitet, um nicht zu sagen schwach bestückt ist, sehe ich aber davon ab. Nur soviel: «Before» sieht nach meinem ästhetischen Empfinden völlik o.k. aus, während «after» richtig scheisse aus der Unterwäsche guckt. So wie Pinocchios Nase, wenn er auf den Boden schaut. So wie wenn einer eine Erektion hätte, ohne dass sich das Teil auch nur im geringsten anheben oder verdicken würde. Etc. Das ist die Geiz-ist-geil-Version der Penisskalierung, denn bei diesem topseriösen Anbieter kauft man nicht eine Operation, sondern irgendwelche Kräuter (Herbalking). Jeder hat mal klein angefangen. Im übrigen sehe ich das Problem nicht so ganz, gibt es doch eine sehr einfache, kostengünstige und seit Jahrtausenden bewährte Methode, den Lümmel bei Bedarf zu vergrössern. Aber das wisst ihr ja hoffentlich selber auch.
Das alles ist ja an sich wurscht. Schwerer wiegt da schon, dass ich im verzweifelt im Penispostfach (aka Spamordner) wühle, in der Hoffnung, ein realer Mensch mit realem Interesse an mir (nicht meinem Geld) hätte tatsächlich ein Mail geschrieben, und ich hätte es einfach übersehen in der Flut der industriell erzeugten Penisverlängerungsrundschreiben. Aber nix da, E-Mail als C2C-Kommunikatonsform ist offenbar gestorben.
Was lehrt uns das? Keine Ahnung.
Auf jeden Fall werd ich jetzt die SVP für alles verantwortlich machen, was in den nächsten vier Jahren schief läuft. Die haben ja etz die Wahlen gewonnen, schon wieder. Dabei haben sie sie schon das letzte Mal gewonnen. Und das vorletzte Mal. Was sie aber nicht hindert, die Linken für alles verantwortlich zu machen, was in den letzten vier Jahren mit überdeutlicher SVP-Dominanz alles schief gelaufen ist. Da bleibt nur eines: den Spiess umkehren. Heute habe ich z.B. Halsschmerzen – «das haben wir den Rechten zu verdanken»! Ich gewinne nie im Lotto: Die Folgen rechter Politik! Stinkreiche Ausländer zahlen plötzlich weniger Steuern, immer mehr reiche Sozialschmarotzer im Kanton Obwalden, wer kriminell ist und sich nicht erwischen lässt, wird vom Staat dieser Rechtspinsel auch noch belohnt! So kann es nicht weitergehen! Aber jetzt kommen wir, die Revoluzzer, die Oppositionellen, und räumen mal so richtig mit diesem rechten Filz auf!
Was hat das nun für einen Zusammenhang mit dem Penisteil? Keine Ahnung.
+ 0 - 0 | § ¶Allmachtsfantasien zwecks Vereinfachung des Lebens
Ist ja unglaublich, über wie viele Dinge man sich ständig aufregen müsste, sprich, darüber bloggen müsste. Das schaff ich gar nicht. Man müsste sich ärgern über die SVP-Wahlkampagne, obwohl man ja nichts anderes erwartet hat – also sich künstlich aufregen – und darüber hinaus müsste man sich ereifern über die Medienberichterstattung im Ausland bezüglich der Wahlen (obwohl man auch da eigentlich nichts anderes erwartet hat). Ohnehin müsste einem ja jedes Mal der Kragen platzen, wenn man eine Zeitung aufschlägt. Als Mensch, der am gesellschaftlichen Leben interessiert ist (tönt holprig, auf englisch würde ich einfach sagen: as a man who cares), kann man eigentlich gar nicht anders, aber es wird doch mit der Zeit ermüdend. Ist auch alles so kompliziert. Ich hätte mittlerweile nichts mehr dagegen, wenn man mich bitten würde, mal eben die Alleinherrschaft über dieses Land zu übernehmen. König David. («Die Frauen spielten und riefen voll Freude: Saul hat Tausend erschlagen, David aber Zehntausend.» – 1 Samuel 18,7) Es wäre absolut viel einfacher. Ich würde als erstes ein generelles Hundeverbot erlassen. Nix Maulkorb, notschlachten, den Scheiss. Und alle, die bereits einen Hund besitzen, müssten 1000 Franken pro Besitzjahr an den Staat sühnen, für das Leid, das sie jeden Tag ihren lieben Mitmenschen zugefügt haben mit diesen Dreckskötern. Das tönt jetzt nach viel, ist es aber nicht: einmal den Nachbarn anbellen pro Tag kostet etwa drei Stutz, das ist doch noch recht billig. Sollte sich der Mob erfrechen, sich gegen diesen Erlass zu versammeln, würde eine solche Demo nicht bewilligt und das Zuwiderhandeln mit einem massiven Polizeiaufgebot brutal niedergeschlagen. Ansonsten wäre ich aber ein ganz Lieber, wie sichs für einen König David gehört. Ich würde zum Beispiel sofort das Rauchen in SBB-Waggons wieder tolerieren, und explizit auch das Kiffen. Vor allem aber würde ich etwa 50% der Gesetze einfach mal abschaffen und sehen, was passiert. Strassenmusikanten würden nicht nur geduldet, sondern gefördert. Die Passanten, die auf diese Weise belästigt würden, hätten aber das in der Bundesverfassung verankerte Recht, jederzeit einem richtig schlechten Strassensänger eine Socke ins Maul zu stopfen. Beispielsweise dieser Idiot, der in der S-Bahn von Zürich nach Winterthur einsteigt und uns mit hurenschlecht gesungenen Mani-Matter-Liedern «etwas Farbe in den grauen Alltag bringen» will, dem gehört eine ganze Baumwollplantage ins Maul gestopft. Was ich damit sagen will: Ich wünsche mir eine von der Gesetzgebung her liberalere Gesellschaft, in welcher die entstanden Freiräume entweder durch Eigenverantwortung oder dann durch soziale Kontrolle reguliert werden. Will heissen, wenn einer sich daneben benimmt, soll er von den umstehenden Personen zur Vernunft gebracht werden, statt dass jeder die Faust im Sack macht und irgendwann einer die Polizei oder seinen Anwalt anruft. Ich würde mich wohl, so als beliebter König, nur recht vorsichtig an die grossen Dinge herantasten. Anfangen würde ich – nach dem Hundeverbot – zum Beispiel mit dem hueren Kack auf den Zigarettenpackungen: «Rauchen ist tödlich». Stattdessen würde ich in einem dicken rosaroten Rand draufschreiben lassen: «Leben ist tödlich». Wenn nämlich Rauchen wirklich tödlich wäre, dürften Raucherwaren konsequenterweise gar nicht verkauft werden. Dieser scheinheilige Quatsch, an dem der Staat scheinheiligerweise noch kräftig mitverdient, hätte unter König David ein abruptes Ende.Die Schweiz würde selbstverständlich neu auftgeteilt. Die Steuerschwindler und Neinsager aus Obwalden, Zug und Schwyz würden nahtlos in den Kanton Zürich eingegliedert. Es gäbe vielleicht noch folgende Kantone: Zürich, Bern, Basel, Ostschweiz, Tessin, Genf, Jura, Waadt. Jeder könnte einen Bundesrat stellen, der vom Volk direkt gewählt würde. Wobei der Bundesrat als Gesamtes zu 100% mir unterstellt ist. Ich bräuchte den lediglich, damit ich mich nicht um jeden Scheiss selber kümmern muss und auch ab und zu mit Kollegen Fussball spielen gehen kann.
Für bestehende, aber durch meine Diktatur vollkommen überflüssig gewordene Politiker würde ein Beschäfitigungsprogramm ins Leben gerufen. Christoph Mörgeli könnte in Second Life eine Schweiz nach seinen Vorstellungen gestalten. In dieser Schweiz gäbe es keine Ausländer, keine Sozialschmarotzer, keine Drogenabhängigen, keine Kriminalität, keine Linken, und es wäre alles so dermassen langweilig, dass sie keiner betreten würde und Mörgeli seine ganze Schweiz ganz alleine für sich und sein Trudi/Heidi/Vreni hätte. FDP-Politiker könnten unter mir endlich beweisen, dass sie tatsächlich Bildung für alle wollen und viel mehr in den Rohstoff Bildung investieren, und sie könnten dafür schauen, dass die Schweiz die bestausgebildetsten Leute der Welt hat. Ich hätte da allerdings ein paar Bedingungen: Kinder sind Kinder und nicht zukünftige Human Resources, ausserdem muss nicht jeder einen Uniabschluss haben, sondern die Berufslehrgänge müssen was taugen. Die SP-Überzähligen könnten beweisen, dass sie genau so grün sind wie die Grünen. Die Ideen zur sozialen Gerechtigkeit brauchts nicht, das ist Chefsache. Wenn man die SP hier ranlässt, gibts viel zu viele Gesetze, Reglemente, Zusatzverordnungen, flankierende Massnahmen und Zusatzverordnungen zu ergänzenden Artikeln in Zusatzgesetzen. Kulturföderung, ein weiteres Anliegen der Linken, ist schon ok, aber unter King Dave würde das ein bisschen anders laufen, NÄMLICH:
In der Prinarschule lernt jeder Schüler und jede Schülerin ein Instrument sowie anständig singen, und bekommt einen Kanon der wichtigsten 100 Alben der U-Musik auf die Ohren. Keine Zeit mehr zum Fernsehen? Kümmert «Il Presidente» herzlich wenig. Musik wäre die erste Fremdsprache in der Schule, noch vor Englisch und Französisch – da hätten auch Ausländer eine Chance. Gewalt auf den Schulhausplätzen wäre übrigens wieder voll ok, so wie es das zu meiner Zeit auch war. Indem die Schüler sich nach Herzenslust prügeln dürften, ohne dass ein Schulpsychologe nachher stundenlange Einzelgespräche führen würde, würde ein normales Empfinden für die Grenzen von körperlicher Gewalt heranreifen und es müssten nicht plötzlich Jungs mit 17 Jahren jemanden spitalreif schlagen. Doch ich schweife ab. Kulturförderung: Auch Malen, Fotografie, Sport und Theater hätten in der Schule Platz. Es interessiert mich einen Scheissdreck, ob das für die Wirtschaft gut ist oder nicht, es muss für die Menschen gut sein. Staatliche stattliche Förderprojekte: da gäbe es immer noch Geld in Mengen, aber man müsste schon was dafür bieten. Ideen-Wettbewerbe statt Giesskannenprinzip. Die Jury würde bestehen aus mir, König David, David I., und naja, vielleicht noch ein paar Leute mit gesundem Menschenverstand, zum Beispiel Max Küng oder John Travolta (kleiner Scherz). Feuilletonisten, Kunstgestudierte und sonstiges Gesindel zwecklos.
Ich könnte jetzt noch weitermachen, aber es ist schon spät. Regieren ist ein zeitintensiver Job. Gute Nacht.
+ 0 - 0 | § ¶Die Ballade von der Ikea
Eigentlich wollte ich ein Bett kaufen. Wenn schon kein neuer Bettinhalt, dann wenigstens ein neues Bett, dachte ich. Nein, dachte ich natürlich nicht, wo denken Sie hin. Vielmehr schossen mir folgende Gedanken wie Blitze durch den Kopf: «Jaaaaa, ähhh, erstmaln Kaffeee... dann.... sehen wir weiter.» Nun hatte ich das aber bereits letzte Woche gedacht und war damit nicht gerade auf einen klimafreundlichen Zweig gekommen. Es musste nun endlich etwas geschehen. Ich schlief schon seit 10 Jahren jede verdammte Nacht mit einem IKEA-Bett, das ging einfach nicht so weiter. Dumm genug, wie ich war (und vor allem arm/geizig genug), hatte ich den Krüppel während dieser Zeit mindestens vier Mal gezügelt, obwohl man ja weiss, was einem blüht, wenn man versucht, ikea-Sachen zu zerlegen und wieder aufzubauen; ausserdem geht beim Zügeln eh alles ein bisschen kaputt, woraus man jessicaalbascharf kombinieren kann, dass das Bett schon seit einiger Zeit einigermassen... abgefuckt ist.
Getreu nach dem Vorsatz «Nie mehr Ikea», den ich bis jetzt noch bei jedem Möbelkauf angewandt und schliesslich gebrochen hatte, suchte ich nach Alternativen. Dass es die nicht gibt, wusste ich bereits, wollte es aber nicht wahrhaben. Mobitare ist zu teuer, Möbel Pfister ist viel zu teuer, Conforama ist zu billig, Interio hat nur Dreck. Bleibt noch Micasa. Jawoll, Migros. Da stimmt das Preis-Leistungsverhältnis. Ich war schon letzte Woche im Micasa, konnte mich aber nicht zu einer Entscheidung durchringen. Nach ein paar schlafarmen Nächen im Ikeabett wusste ich dann plötzlich, dass ich mir dieses sogenannt romantische Himmelbett antun wollte. Doch manchmal ist romantisch nur ein Euphemismus für Kitsch, und zwar recht peinlicher Kitsch, wie mir auf einen Schlag klar wurde, als ich erneut in der Micasa vor diesem Pseudoschmiedeisengeschwür stand. Der Schritt zu einem Wandschmuck mit fetten Putten und Gartenzwergen vor der Tür ist dann nicht mehr weit. Also für mich schon, aber für Aussenstehende wohl weniger.15 Minuten später nervte ich mich bereits wieder über das Ikea-Parkhaus und den blöden Lift und den blöden Rundgang und diese blöden Pärchen, bei denen Wohnkram-Shopping zum neuen Lebenssinn verkommen ist. Hier gabs neben unglaublich bünzligem Zeugs auch ein ganz normales Holzbett für lumpige 199 Franken. Um mich zu einem Kauf hinreissen zu lassen, hätte es aber mehr gebraucht, das hätte dann schon das ultimativ geile Teil sein müssen, und bitte nicht so billig, auch Chinesen müssen was zu essen haben. Dafür kaufte ich zahlreichen anderen Schrott, alles zum ikea-Kinderarbeits-Schrott-Nulltarif, unter anderem eben die abgebildete Lampe. Die fand ich noch lustig, und da es ja gratis war, warum nicht.
Warum nicht?
Jetzt weiss ich wieder, warum nicht. Weil es eben Ikea ist. Mir ging ein Ikea-Licht auf. Merks dir ein für alle mal, du lernresistenter Volltrottel. Das Ding sieht noch kompex aus, nicht? So rein von der Geometrie her. Richtig. Beim Herausziehen aus der Schachtel zerfiel der Designerklumpen in seine Einzelteile, und ich brauchte eine geschlagene Stunde, um das richtig wieder zusammenzusetzen.
Und das Bett? Ich hab jetzt mal das alte schamponiert, jetzt stinkt es nicht mehr nach 10 Jahren Schlaf, sondern nach Zitrone.
