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+ 3 - 0 | § Stammtisch-Gesocks

(kritische Edition)

Anmerkungen des Herausgebers:
Dem Autor sind die im Text enthaltenen Informationen aus gut unterrichteter Quelle am Stammtisch eingeträufelt worden. Gut unterrrichtet heisst in diesem Zusammenhang: Nicht von unten handelnder Person unterrichtet.

Der Autor verwendet – vermutlich aufgrund seiner mangelhaften Kenntnisse der deutschen Sprache – Gesocks als Synonym für Gedöhns, bzw. für Gelabber. Möglich ist aber auch, dass Wörter generell für ihn nichts anderes sind als Variablen, die es mit einer hochkomplexen Matrix aufzulösen gilt. Oder dass einfach alles nur Gedöhns ist.



Ein nicht unbekannter, aber grossflächig verkannter Geschichtsprofessor der Universität Zürich, nennen wir ihn Christoph Nörgeli *, kämpft unter dem Saubanner der SVP gegen alles Unschweizerische innerhalb der Schweiz, wobei ihm auch die Schweizer Geschichte an sich zu unschweizerisch ist, und er sie deshalb kurzerhand neu erfindet. Eine gewaltige Willensleistung – doch der energiegeladene Zwölfhundereinundneunzigsassa ist damit noch keineswegs ausgefüllt. Sodann eröffnet er das Feuer mit Leidenschaft gegen den Staat und dessen Neigung, Geld auszugeben für Dinge, die man gar nicht kaufen kann. Das ist Blasphemie gegen den Kapitalismus und zerstört das Weihnachtsgeschäft. Drum wird der Staat gezwungen, einige seiner Organe zu verkaufen, und man kauft ihm barmherzig auch was ab. Aber natürlich nur die Organe mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis, ich bin doch nicht blöd. Den Rest soll der Staat behalten, dieser Loser, dieser Depp. Blöderweise ist es aber ausgerechnet unser Nörgeli, der mit einem ausgesprochenen Sesselfurzer-Beamtenjob (Eremitierter** Professor an der Uni Zürich) einer der prototypischsten Vertreter der von ihm selbst attackierten Schmarotzergilde ist, den man sich überhaupt vorstellen kann. Befreit von jeglichen Ambitionen, doch mal noch eine Lehrveranstaltung zu halten, die mehr als 5 Nasobeme interessiert, tritt unser Chr. N. im Morgengrauen daher und dämmert den Rest des Tages sanft über seinem Normschreibtisch dahin. Bestens erholt und ausgeruht, verlässt Chr. N. punkt 17 Uhr sein Büro im medizinhistorischen Mausoleum ***, um dann beschwingt einige lustige Kolumnen für die Weltwoche und andere Schmuddelhefte zu schreiben, begleitet von heftig lächelndem Zähnefletschen. Im Schlaf (auch das muss mal sein) träumt der bubenhafte Gesocks dann von der Schlacht am Mörgeligarten und erwacht infolgedessen mit einem Steifen, was eine ungemein beruhigende Wirkung auf ihn hat, bestätigt es ihm doch, dass seine Impotenz noch nicht restlos ausgereift ist. Sie ist sozusagen noch SVP-grün hinter den Ohren.



* Der tatsächliche Name ist der Redaktion bekannt

** Der Autor verwechselt hier vermutlich wiederum aufgrund seiner lachhaft defizitären Kenntnis von bildungsbürgerlichen Fremdwörtern «eremitiert» mit «emeritiert».

*** Der Autor verwechselt hier vermutlich aufgrund seiner geradezu skandalösen Sprachunfähigkeit Mausoleum mit Museum

+ 2 - 0 | § Polizei meldet Schlag gegen Humorverbreitung

Das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement meldet den grössten Coup in der Humorbekämpfung seit der Einführung des neuen Humorisierungsmittelgesetzes. Wie ein Sprecher des EJPD mitteilte, sei gestern Abend in einer Garage in der Nähe der Stadtzürcher Grenze über 6 Tonnen illegaler Humor sichergestellt worden. «Die Ware war samt und sonders nicht lizenziert und daher nicht öffentlich zugelassen – und das aus guten Grund», liess sich das EHPD verlauten. Offenbar widersprachen die Humorbestandteile so ziemlich allen Humorvorschriften des Bundes. Ausserdem befand der Fachausschuss des Bundesamts für zivile Humorüberachung (BAZH), in welchem sich namhafte Humoristen wie Jörg Schneider oder René Rindlisbacher befinden, dass der Stoff gar nicht lustig sei.

Offenbar ist der Anteil an schwarzem Humor doch grösser, als man angenommen hatte. Der Handel blüht, die Nachfrage ist gross. Dies lässt auch die Diskussion um die Humorüberwachung wieder neu aufkommen, die ja in weiten Kreisen der Bevölkerung umstritten ist. «Wir sind keineswegs generell gegen Humor, wir sind ja selbst ganz lustige Gesellen. Aber das muss alles in geregelten Bahnen verlaufen. Es geht nicht an, dass einfach jeder, ohne Ausbildung und Fachwissen, seine Witze auf die Leute loslässt», führt Ernst W. Schmid, Sprecher des BAZH, aus. Eine Langzeitstudie des Nationalfonds hat ergeben, dass Personen, die über Jahrzehnte der Belastung von ungenügend dokumentiertem und normalisiertem Humor ausgesetzt seien, schliesslich an Krebs sterben können. Die Inkubationszeit beträgt etwa 50 Jahre. Gar nicht untersucht wurde die mit 59,7% recht hohe Dunkelziffer von psychisch Geschädigten. Humor ist also eine ernste Sache, mit Humor ist nicht zu spassen.

Darum hat das BAZH einen umfangreichen Anforderungskatalog erlassen, dem Humoranträge unterzogen werden. So müssen beispielsweise alle Pointen auch von Behinderten und Betagten auf Anhieb verstanden werden, um der Diskrimierung keinen Vorschub zu leisten. Weiter ist es Vorschrift, alle Pointen zuerst fünf Jahre im Labor und in eingegrenzten Versuchsgruppen zu testen, bevor sie vom Bundesamt freigegeben werden können. Das grössste Problem, so Schmid, sei aber, dass längst nicht alle Pointen, die die Urheber lustig fänden, auch tatsächlich lustig seien. Die Prüfung der Lustigkeit sei ein aufwändiges Verfahren. Wegen der Überlastung des Bundespersonals hat das BAZH nun auf den 1.1. 2007 ein Pointenmoratorium beantragt.

+ 2 - 0 | § Spam

Spam ist mehr als einfach nur nervig. Spam macht das an sich sehr praktische Kommunikationsmittel E-Mail mühsam bis unbrauchbar. Daran ändern auch gute Filter nur wenig. Generell ist filtern nicht die Lösung gegen Internetkriminalität.

[weiter]

+ 1 - 1 | § Realien, Surrealien, Irrealien

Sich im Leben behaupten, sage ich den Schülern nebenbei - worauf freilich unser Unterricht gerade nicht abzielt - heisst, das Wort an sich zu reissen. Wer endlose Monologe zu halten versteht, so dass man glaubt, er sei schon als Säugling mit einer Grammophonnadel geimpft worden, wer die anderen in Grund und Boden schnorrt, keinen Einspruch, keinen Widerspruch, kein Schweigen aufkommen lässt, hat alles gewonnen! Nicht sagen, was man denkt, sondern denken, und zwar ununterbrochen laut denken, was man sagen kann. Jedes Ohr, das sich euch entgegentrichtert, vollpflastern.

Natürlich geklaut - ich wünschte, ich könnte so gut schreiben - aber von wem, müsst ihr schon selbst rausfinden.
Hier noch ein Müsterchen:

Das Leben kennt keine methodischen Kniffe und keine didaktischen Ziele, und erst recht nicht der Tod. Didaktik, Methodik: die Todfeine alles Lebendigen. Der Lehrer glaubt, die Schüler heranzubilden, aber in Wirklichkeit sind es die Schüler, die ihn in einem jahrzehntelangen Verschleiss herabbilden. Alles was der Lehrer unternimmt, tut er vorbildlich, im Glauben, eine Schar junger Menschen um sich zu haben, die ihn dafür bewundert. Vorbildlichkeit ist eine schmerzlose, aber grausame Form des Selbstmordes, Herr Inspektor. Was die meisten Pädagogen unerträglich macht: ihr besserwisserisches Strebertum, ihr fortwährendes Schielen nach Fleiss- und Leistungsnoten, ihr Bedürfnis, zu zensurieren und zensuriert zu werden. Die Tragik einer geistigen Existenz besteht in der absoluten Unvermittelbarkeit des wissenswerten Wissens. Was gelehrt werden kann, ist meistens nicht wert, gelernt zu werden.


Dem möchte ich noch anfügen: Auch diese lehrreichen Sätze können nicht gelehrt werden. Früher nämlich, da hätte mir genau diese Erkenntnis gut getan. Hätte ich sie jedoch einfach so in einem Buch gelesen, hätte ich nicht verstanden, warum das wahr und wichtig sein sollte - und somit wärs in meinem Hirn einfach verpufft. (wenigsten tönt verpufft irgendwie anrüchig....)

+ 0 - 2 | § Best of Fridolin

Best of Fridolin - die aktuelle Hitparade:

1. (neu): F. pisst auf den Boden.
das kam so: F. hat ein Katzenklo mit einem abnehmbaren Gehäuse. Nun ist F. dafür berüchtigt, das Kistchen genau dann zu benützen, wenn ich dasselbige gerade am Reinigen bin. Das ging mir in letzter Zeit etwas auf die Nerven und so schubste ich ihn heute einfach weg. Resultat: F. ging durch das Törchen des Gehäuses, das neben dem Klo lag, und pisste dort auf den Boden.

2. (2.): F. verschluckt sich selber wie vom Erdboden.
Das kam so: Ich ging mit F. die Treppe hinunter, weil ich wegging und er raus sollte. Ich vergass etwas in der Wohnung und lief nochmal schnell nach oben. Als ich wieder zurückkam, war er weg - weder im Treppenhaus noch im Garten noch im Keller. Nach einer Weile musste ich wirklich gehen. Als ich 7 Stunden später nach Hause kam, war er immer noch wie vom Erdboden verschluckt. Ich fand ihn dann in meinem abgeschlossenen Schlafzimmer. Er darf dort nicht hinein. Wie er dort reinkam, weiss ich nicht.

3. (1.): F. versetzt sich selber in Tilt-Stellung.
Das kam so: Keine Ahnung. Ich öffnete rasch unter dem Lavabo die Tür, um etwas in den Abfall zu werfen. Als ich wieder schliessen wollte, stiess ich auf einen Widerstand - und sah nur noch den Kopf von F. aus der Türe rausschauen. Das raffinierte daran war, dass man nun die Türe nicht mehr öffnen konnte, weil F. mit seiner Körpermasse zwischen Wand und Abfallkübel genau das verhinderte. Irgendwie schaffte ich es nach einiger Zeit, ihn da wieder rauszuwürgen.

4. (3.) F. came into the bathroom window.
Oder auch zum Küchenfenster rein, je nach Bedarf. Sind zwei Fenster offen, wandert er über den Aussenweg vom einen Zimmer ins andere - via Dachkännel. Ich wohne im dritten Stock.

5. (5.) F. geht durch die Katzentörchen anderer Wohnungen, geruht sich auf dessen Sofas aus und schlägt sich den Bauch voll. Was da genau abläuft, kann ich nur erahnen. Einmal sah ihn hinter der Scheibe, doch nicht einmal Sheba lockte ihn nach draussen. Er kannte mich nicht mehr. Das nahm ich persönlich: Hausarrest.

nicht mehr in den Top 5:
F. frisst Currygeschnetzeltes mit Ananas, Mungosprossen, Nudeln, Zwiebeln, Pilzen etc.
Was beweist: er würde alles fressen, wenn ich es ihm nur geben würde.