+ 1 - 1 | § ¶Mac, die Zweite
Mit so dumpfen Sachen wie Militär halten wir uns hier nicht mehr länger auf, auch nicht mit der seit 2000 Jahren andauernden Verblödung der Massenmedien (habe wieder mal Viva geschaut). Nein, der heutige Beitrag widmet sich einer Zielgruppe, die der leeren Menge entspricht und vom Basteln an einem Würfelmac berichtet.
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+ 2 - 0 | § ¶Hey, aber fuck
Heute: zuerst kein Arzt da. Arzt Stv. in Ferien. Ausgerechnet heute, nach dem 100 km-Marsch. Dutzende kamen mit Blasen so gross wie Tennisbälle. Aufgescheuerten Waden. Kaputten Knien. Das letzte: irgend so ein hohes Tier, welches wahrscheinlich für den Scheiss verantwortlich ist, wollte das auch noch fotografieren. Sich am Elend der Of-Anwärter aufgeilen. Es kam dann doch noch ein Arzt. Unser Schoggileben von Anfangs Woche natürlich vorbei, jetzt, kurz vor acht, schneiden wir immer noch Blasen auf. Und wie diese Füsse stinken, so von Nahem. Ich bin heute vor allem in der Loge, so an die 20 Stunden. Nachts auch noch. Sie schneiden auch jedem die Zehen auf, was lange dauert, stark schmerzt und wenig bringt. Ich würde denen einfach eine Dispens schreiben, eine Salbe geben und fertig. Man kann es sich auch extra schwierig machen. Aus den KPs rufen Leute an und fordern von uns dies und jenes. Wenn du nein sagst, ändert sich ihr Tonfall von samtweich auf oberstbrüllscharf. Aber wir lassen uns hier nicht herumkommandieren. Manche begreifen es etwas später, aber irgendwann begreifen es alle. Gute Nacht.
+ 2 - 0 | § ¶News von der Front
Das ist wahrscheinlich eine Schweizneuheit: Ein Blogeintrag, der direkt vom Militärdienst aus verfasst und aufgeschaltet wird. Ich sitze auf dem Empfang der Krankenabteilung Bern. Hier hat es jetzt sogar einen PC mit Internet. Ich war schon mal hier vor 9 Jahren, und der Unterschied ist extrem. Sie haben alles umgebaut. Damals musste man den ganzen Ballast in den dritten Stock tragen, jetzt hats einen Lift. Hinten in der Küche hats einen Geschirrspüler, im Aufenthaltsraum einen TV. Die Zimmer sind mit "Hotel VBS" angeschrieben, und das triffts ziemlich genau. Als der Kollege am zweiten Morgen seine Schuhe aus dem Gestell zog, waren sie geputzt. Der Boden ist so blitzblank, dass man darauf operieren könnte. Es gibt nichts zu tun (im Moment wenigstens), wir sind etwa 6 Soldaten und haben im Schnitt so 1-2 Patienten. Das kann sich allerdings schnell ändern, morgen kommen die Of-Anwärter von einem 100-km-Marsch zurück. Ich schreibe dies vor allem, damit jetzt nicht alle das Gefühl haben, Militär sei generell Ferienlager. Für mich trifft das zwar zu, aber ich habe einfach Glück, habe auch schon ganz anderes erlebt. Eigentlich wäre ich in Thun eingeteilt gewesen, ging auch dort hin, aber sie schickten mich sofort nach Bern, weil sie in Thun zu viele Leute waren. Hier in Bern angekommen, meinten sie, sie seien auch zuviele, wir sollten wieder zurück. Jetzt bin ich aber doch hier, und das ist gut so. Nur etwas ist immer noch typisch Militär: man muss früh aufstehen, selbst wenn es nichts, aber auch gar nichts zu tun gibt.